Die bunte Welt der Vinyls – Folge 2: Picture-Discs

6. Juli 2017

Nachdem wir euch bereits im Mai 2017 mit unserem Artikel über »Colored Vinyl« einen ersten Einblick in die bunte Welt der Vinyls gegeben haben, stellen wir euch heute eine weitere Schallplattenvariante vor: die sogenannte Picture-Disc.

Die Illustrierte

Eagles Picture-DiscDie Bedeutung steckt im Namen: Es handelt sich dabei um Platten, die auf einer oder beiden Seiten mit einem Bild versehen sind.

Im Gegensatz zum klassisch-schwarzen oder auch zum farbigen Vinyl sind Picture-Discs aber nur im Entfernten »richtige« Schallplatten. Beim Kern der Platte handelt es sich nämlich um eine Plastscheibe, auf die mithilfe eines Pressautomaten ein Papier mit Motiv und darüber eine Folie geklebt werden. Die verschiedenen Schichten sind auch der Grund, warum Picture-Discs in der Regel dicker als Schallplatten sind.

Auswirkungen auf den Sound:Marily Monroe Picture-Disc

Der große Nachteil dabei: Die Musik kommt also nicht direkt von der Platte, sondern von der Folie. Die Nadel des Spielers kann darauf anders reagieren, weshalb Picture-Discs eine geringere Klangqualität als herkömmliche Schallplatten aufweisen.

Beach Boys Picture-DiscWas Audiophile stören mag, ist bei Sammlern seit vielen Jahren sehr beliebt, denn die illustrierte Variante ist keine Erfindung des aktuellen Vinylbooms, sondern feierte bereits in den 1960er-Jahren große Erfolge.

Und bis heute nutzen Künstler und Bands dieses Format, um ihren Fans damit, meist in streng limitierter Auflage, einen echten Hingucker für den Plattenteller zu liefern.

Bob Dylan Picture-DiscSo haben die Eagles ihr Livealbum »Hotel California In Concert« Anfang 2017 mit einem gigantischen Adlerkopf verziert. Prince legendäres »Purple Rain« erschien in diesem Jahr mit dem Albumcover auf der Platte. Marilyn Monroes »Diamonds Are A Girl’s Best Friend« (50th Anninversary Limited Edition) ziert das Porträt der Filmikone. Die Beach Boys tragen auf der »Surfer Girl«-Picture-Disc standesgemäß ein Longboard. Bob Dylans Konzertalbum »Decades Live… ’61 To ’94« zeigt die Folklegende als Baum und Motörheads »Bad Magic« kommt in schwarz mit goldfarbenem Bandlogo.

Motörhead Picture-DiscMein Fazit: Ähnlich wie Colored Vinyls sind auch Picture-Discs ein absoluter Hingucker auf dem Plattenteller, aber vor allem zum Sammeln geeignet. Die Punkte, die die illustrierten Scheiben am Aussehen dazugewinnen, verlieren sie allerdings beim Sound.

Was haltet ihr von Picture-Discs? Und habt ihr selbst ein paar schöne Exemplare in eurer Sammlung? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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Christoph van Kampen

Verfasst von Christoph van Kampen

Christoph van Kampen ist unser Texter und Redakteur. Neben Rock, Pop, Klassik und Jazz beschäftigt sich der Schallplattenliebhaber bevorzugt mit dem Thema Vinyl, zum Beispiel hier im Blog.

12 Antworten zu “Die bunte Welt der Vinyls – Folge 2: Picture-Discs”

  1. Thomas Schönfels sagt:

    Hallo. Ich bin auch begeisterter Sammler von allem was nicht “normal schwarz“ ist. Meine “schönste“ Picture ist Frankie goes to Hollywood “Welcome to The Pleasuredome“

  2. Kristian Liebrandt sagt:

    Ein absoluter „Hingucker“ ist die Picture Disc „Madonna, La isla bonita“, die auch klanglich ein Hammer ist.

  3. Jacqueline Perron sagt:

    Ich habe Hot August Night Picture Vinyl von Neil Diamond. Liebe dies und auch sonst alles von Neil. ✌💥❤

  4. Wolfgang Zellien sagt:

    Eure Picture Disc heißen nicht Picture Disc sondern Picture LP. Viele Grüße !

  5. Rainer Scheidemann sagt:

    Meine schönste Picture-LP ist „Big Bang Boom Boom“ von Beth Hart. Wenn möglich, bestelle ich mir Picture bzw. Coloured-LP´s. Von Beth Hart am Liebsten.
    Grüße Rainer

  6. Holger sagt:

    Meine schönste Picture-LP, und ich habe mittlerweile sehr viele davon, ist und bleibt die streng limitierte Ausgabe von „Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band“ von den Beatles.
    Diese LP ist aus den USA und zeigt auf der einen Seite das „normale“ Cover-Foto und auf der Rückseite nur das Bass-Drum.
    Gruß H.

  7. Stefan Bohrer sagt:

    Meine schönste Picture-LP ist nach wie vor „Frampton comes alive“, klanglich der absolute Hammer

  8. FCDM sagt:

    @ Wolfgang Zellien
    Picture Disc ist die geläufige Bezeichnung und so auch unter Wikipedia zu finden .

  9. Thomas Canzler sagt:

    Ich hatte das Glück, wenige Tage vor einem Konzert eine PICTURE-LP in einem gutsortierten Second-Hand Laden zu ergattern.
    Mike Oldfields Tubular Bells.
    Und an der roten Ampel in Böblingen signierte er mir das schöne Stück!
    Somit ist diese Platte das Highlight meiner Sammlung.

  10. Jürgen sagt:

    Hallo,
    ich kaufe keine Picture-Vinyls es sei8 denn ich möchte sie an die Wand hängen…denn:

    Die Punkte, die die illustrierten Scheiben am Aussehen dazugewinnen, verlieren sie allerdings beim Sound.

    Werde doch meine Top Anlage nicht mit abgespecktem Sound füttern wegen einer bunten Scheibe . Meine Priorität ist das Hörerlebnis !
    Grüße Jürgen

  11. FCDM sagt:

    @ Jürgen
    Das die Picture Vinyls im Sound deutlich schlechter sind , ist doch lange bekannt .
    Diese Ausgaben sind auch sicherlich nicht für Ihre TopAnlage gedacht , sondern eher etwas für das Auge .
    Und so kauft oder sammelt jeder , was Ihm gefällt .

  12. Jones Delgado sagt:

    Als Hingucker, zum Sammeln sicher gerne! Auch wenn es Defizite beim Klang gibt…