Pierre Clastres: Archäologie der Gewalt, Geheftet
Archäologie der Gewalt
- Originaltitel: Recherches d'anthropologie politique
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- Übersetzung:
- Marc Blankenburg
- Verlag:
- diaphanes, 03/2008
- Einband:
- Geheftet
- ISBN-13:
- 9783037340172
- Umfang:
- 128 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2008
- Gewicht:
- 191 g
- Maße:
- 213 x 139 mm
- Stärke:
- 15 mm
- Erscheinungstermin:
- 1.3.2008
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Beschreibung
Der Anthropologe und Anarchist Pierre Clastres widmete sich zeit seines Lebens der Genealogie der Gewalt in primitiven Gesellschaften. In einer Reihe bahnbrechender, bislang nicht ins Deutsche übersetzter Essays entwickelt er die These, dass Stammesgesellschaften Gewalt systematisch praktizieren, gerade um zu verhindern, dass in ihrem Inneren das "kalte Monster" des Staates sich erhebt. Weder ist der Krieg hervorgegangen aus der Jagd (Leroi-Gourhan) noch ist er die Folge einer missglückten Handelsbeziehung (Lévi-Strauss). Nein: "Die primitive Gesellschaft ist eine Gesellschaft im permanenten Kriegszustand", nur durch einen dauernden Schwebezustand der Feindschaft lässt sich jedwede politische Fusion verhindern und sich die Autonomie jeder (Klein-)Gruppe garantieren.
Denkt man diese staatenlose Gesellschaft als "eine Vielzahl von Gruppen, von denen jede jeder anderen gleichgestellt ist, wobei jede einzelne, einer Logik der Fliehkraft folgend, nach einer Ausdehnung ihres Wirkungskreises strebt", dann muss man den Krieg als das Mittel begreifen, welches das Fortbestehen dieser Logik garantiert, indem er unablässig Verstreuung und Zerstückelung generiert. "Nicht der Krieg ist Effekt von Segmentierung, die Segmentierung ist der Effekt des Krieges."
Gerade angesichts einer konfrontativen Gleichzeitigkeit von Globalisierung und Bürgerkrieg, von Taliban und G8 bietet das Denken Pierre Clastres heute einen nach wie vor äußerst fruchtbaren Ansatz zum Verständnis der Ursachen und Motive
von Gewalt.
Rezension
"Ist man erst einmal bereit, in der primitiven Lebensweise eine Form von Gesellschaft zu sehen, dann zeigt sich, wie Clastres aus ethnologischer Perspektive zur Kontroverse um die Pazifizierbarkeit von Gesellschaften und insbesondere zum Verständnis der Spannung zwischen Bedürfnis und Widerwille angesichts externer Regulierung beitragen kann." Astrid Jakob, Philosophischer Literaturanzeiger
Klappentext
Der Anthropologe und Ethnologie Pierre Clastres widmete sich zeit seines Lebens der Genealogie der Gewalt in primitiven Gesellschaften. In einer Reihe bahnbrechender, bislang nicht ins Deutsche übersetzter Essays entwickelt er die These, dass Stammesgesellschaften Gewalt systematisch praktizieren, gerade um zu verhindern, dass in ihrem Inneren das »kalte Monster« des Staates sich erhebt. Weder ist der Krieg hervorgegangen aus der Jagd (Leroi-Gourhan) noch ist er die Folge einer missglückten Handelsbeziehung (Lévi-Strauss). Nein: »Die primitive Gesellschaft ist eine Gesellschaft im permanenten Kriegszustand«, nur durch einen dauernden Schwebezustand der Feindschaft lässt sich jedwede politische Fusion verhindern und sich die Autonomie jeder (Klein-)Gruppe garantieren. Denkt man diese staatenlose Gesellschaft als »eine Vielzahl von Gruppen, von denen jede jeder anderen gleichgestellt ist, wobei jede einzelne, einer Logik der Fliehkraft folgend, nach einer Ausdehnung ihres Wirkungskreises strebt«, dann muss man den Krieg als das Mittel begreifen, welches das Fortbestehen dieser Logik garantiert, indem er unablässig Verstreuung und Zerstückelung generiert. »Nicht der Krieg ist Effekt von Segmentierung, die Segmentierung ist der Effekt des Krieges.« Gerade angesichts einer konfrontativen Gleichzeitigkeit von Globalisierung und Bürgerkrieg, von Taliban und G8 bietet das Denken Pierre Clastres heute einen nach wie vor äußerst fruchtbaren Ansatz zum Verständnis der Ursachen und Motive von Gewalt.Anmerkungen:
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