Gilbert Adair: Ein stilvoller Mord in Elstree, Flexibler Einband
Ein stilvoller Mord in Elstree
- Ein Fall für Evadne Mount. Eine Art Kriminalroman
- Originaltitel: A Mysterious Affair of Style
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- Übersetzung:
- Jochen Schimmang
- Verlag:
- Heyne, 02/2009
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783453433700
- Umfang:
- 300 Seiten
- Sonstiges:
- m. Abb.
- Copyright-Jahr:
- 2009
- Gewicht:
- 265 g
- Maße:
- 186 x 121 mm
- Stärke:
- 27 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.3.2009
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Rezension
"Eine Krimi-Antiquität also, von Adair überzeugend nachgetischlert. Liest sich sehr gut." Sigrid Löffler, Deutschlandradio
Klappentext
Nach "Mord auf ffolkes Manor" der zweite Kriminalfall mit der unschlagbaren Hobbydetektivin Evadne Mount. Evadne Mount auf den Spuren eines genialen Mordes. Eine Schauspielerin, Evadnes beste Freundin, wird vergiftet, und zwar nicht nur vor laufender Kamera, sondern auch vor aller Augen am Set im Filmstudio. Nur sechs Menschen hatten die Gelegenheit, sie zu vergiften, aber keiner von ihnen besitzt ein erkennbares Motiv. Doch Evadne entdeckt, dass sie alle ein Motiv hatten, ein anderes, früheres, noch ungelöstes Verbrechen zu begehen.Auszüge aus dem Buch
"Ach du meine Güte!" Diese Stimme!
Chefinspektor Trubshawe - oder, um es ganz korrekt zu sagen, Chefinspektor Trubshawe a. D., ehemals Scotland Yard - hatte gerade den Teesalon des Ritz Hotels betreten, um seinen Füßen Erholung und seinem Gaumen eine Erfrischung zu gönnen, und als er nun versuchte, die Aufmerksamkeit einer Kellnerin auf sich zu lenken, war es diese Stimme, die ihn wie angewurzelt stehenbleiben ließ.
Um die Wahrheit zu sagen, war das Ritz nicht die Art von Etablissement, das er normalerweise bevorzugt hätte, ganz gewiß nicht für eine dampfende Tasse Tee, nach der er während der letzten Stunde buchstäblich gelechzt hatte. Er war noch nie einer von denen gewesen, die mit Geld um sich warfen, um so weniger jetzt, wo er hatte lernen müssen, mit der Pension eines Polizeibeamten auszukommen, und ein Lyon's Tea Room wäre für seinen unverdorbenen plebejischen Geschmack gewiß das Passendere gewesen. Aber er war nun einmal zufällig am feineren Ende der Piccadilly gelandet, dessen einziger ganz gewöhnlicher Teesalon von Sekretärinnen und Stenotypistinnen wimmelte, die miteinander über die Schwierigkeiten ihres Arbeitstages plapperten, der nun für alle gleichzeitig zu Ende gegangen war. Also hieß es: das Ritz oder gar nichts; und als er sich die durchaus unpassende Verschiebung der Werte so recht bewußt machte, dachte er: warum nicht, ein sicherer Hafen im Sturm.
Also war er hier, in diesem unaufdringlich eleganten Raum - einem Raum, in dem der wohltönende Klang gehobener Konversation mit dem silbrigen Klirren feinsten Bestecks harmonisch zusammenstieß (wenn ein solches Oxymoron möglich und erlaubt ist), einem Raum, den er noch nie betreten und auch nie in seinem Leben zu betreten erwartet hätte -, und bevor er sich noch richtig orientiert hatte, war er schon geradewegs jemandem aus seiner Vergangenheit in die Arme gelaufen!
Die Person, die ihn begrüßt hatte, saß an einem der Tische in der Nähe des Eingangs, und man konnte ihr Gesicht gerade noch hinter einem wackligen Stapel grüner Penguin-Taschen-bücher erkennen. Als er sich ihr zuwandte, dröhnte die Stimme ein zweites Mal:
"So wahr ich leibe und lebe! Täuschen mich meine trüben Augen, oder ist es tatsächlich mein alter Ermittlungspartner, Inspektor Plodder?"
Trubshawe sah sie jetzt direkt an.
"Ist es möglich!" rief er überrascht aus. Dann nickte er zustimmend, wobei ein kaum wahrnehmbarer sarkastischer Unterton in seiner Stimme mitschwang: "O ja, es ist tatsächlich Plodder. Plodder, alias Trubshawe."
"Also sind Sie es wirklich!" sagte Evadne Mount, die berühmte Kriminalautorin, und ignorierte die leise, aber bedeutungsvolle Veränderung in seiner Tonlage. "Und nach all diesen Jahren können Sie sich noch an mich erinnern?"
"Aber natürlich kann ich das! Das ist ein unverzichtbarer Teil meiner Arbeit - ich meine, es war ein unverzichtbarer
Teil meiner Arbeit -, niemals ein Gesicht zu vergessen", lachte Trubshawe.
"Ah ja", sagte die Schriftstellerin ein bißchen ernüchtert.
"Wobei ich natürlich", fügte er taktvoll hinzu, "schon im Ruhestand war, als wir uns kennengelernt haben, nicht wahr -was bedeutet, daß meine Erinnerung in diesem Fall persönlicher und nicht professioneller Art ist. Genaugenommen", schloß er, "war es die Stimme, die den Ausschlag gab."
An dieser Stelle kehrte der leise Sarkasmus zurück. "Und der nicht besonders schmeichelhafte Spitzname natürlich."
"Oh, Sie müssen mir verzeihen, daß ich mich ein bißchen mokiere. Sie tut es doch nur dir zum Hohn, und weil es dich verdrießt), das kennen Sie doch?1 Meine Güte, Sie sind es tatsächlich!"
"Ziemlich lange her, oder?" sagte Trubshawe verwirrt und schüttelte ihr die Hand. "Sehr, sehr lange, um genau zu sein."
"Setzen Sie sich doch, guter Mann, setzen Sie sich. Gönnen Sie Ihrem Kopf eine Pause, hahaha! Wir müssen über die alten Zeiten plaudern. Über die neuen auch, wenn Sie wollen. Es sei denn", sagte sie und senkte ihre Stimme auf die Laut
Biografie (Gilbert Adair)
Gilbert Adair, geboren 1944, Schriftsteller und Kolumnist (The Independent on Sunday), lebt in London.Biografie (Jochen Schimmang)
Jochen Schimmang, geboren 1948 in Northeim im südöstlichen Niedersachsen, aufgewachsen in Leer (Ostfriesland), lebte von 1969 bis 1999 nacheinander in Berlin, Köln und Paris und kehrte im Sommer 1999 nach Leer zurück.Anmerkungen:
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