Frédéric Lenoir: Das Orakel der Heilerin, Flexibler Einband
Das Orakel der Heilerin
- Roman
- Originaltitel: L'Oracle della Luna
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- Übersetzung:
- Sabine Herting
- Verlag:
- Goldmann, 04/2009
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783442467976
- Umfang:
- 576 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2009
- Gewicht:
- 470 g
- Maße:
- 187 x 118 mm
- Stärke:
- 39 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.4.2009
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Kurzbeschreibung
Über die Macht der Liebe, die Welten erschafft.
Von den Palästen Venedigs zu den Klöstern auf Berg Athos, von den Gärten Algiers in die engen Gassen von Jerusalem: "Das Orakel der Heilerin" ist ein opulenter historischer Roman aus der Renaissance - und erzählt die an dramatischen Ereignissen reiche Lebensgeschichte des Giovanni Tratore, der auszog, die Welt, das Wissen und vor allem die Liebe zu entdecken...
Beschreibung
1533, ein kleines Dorf im sonnenversengten Kalabrien. Hier wächst Giovanni Tratore als Sohn einfacher Bauern heran, gewöhnt an ein entbehrungsreiches und hartes Leben. Doch eines Tages zieht eine Abordnung venezianischer Adliger vorüber - und Giovanni erblickt das Schönste, was seine Augen je sahen: Elena Contarini, eine junge Frau von betörender Anmut. Von diesem Moment an kennt Giovanni nur ein einziges Ziel - Elena nach Venedig zu folgen und ihr Herz zu erobern.
Giovanni begibt sich auf die Reise, und noch ahnt er nicht, unter welch bewegten Vorzeichen sein weiteres Geschick stehen wird. Eine Heilerin, der er im Wald begegnet, prophezeit ihm, dass er zwei Frauen begegnet, die seinen Lebensweg auf dramatische Weise bestimmen werden. Sie soll Recht behalten, denn Giovannis bedingungslose Liebe zu Elena stellt ihn auf manch harte Probe, und mehr als einmal entrinnt er nur knapp dem Tod. Als die beiden durch ein tragisches Schicksal auseinander gerissen werden, scheint Giovanni sein Leben sinnlos. Bis er nach langen Irrfahrten und großen Abenteuern Esther begegnet - und er begreift, dass sie die wahre Vollendung seines Schicksals ist...
Klappentext
Exotische Schauplätze, dramatische Ereignisse - eine packende Abenteuer- und Liebesgeschichte Italien, im 16. Jahrhundert. Giovanni Tratore wächst als Sohn einfacher Bauern in Kalabrien heran. Schon früh träumt er davon, sein Dorf zu verlassen und die Welt zu erobern. Als er eines Tages einer Abordnung venezianischer Adliger begegnet, weiß er, dass er an einem Wendepunkt seines Lebens steht. Denn unter ihnen ist Elena, eine junge Adlige von betörender Schönheit, die er vom ersten Moment an liebt. Und Giovanni fasst den kühnen Entschluss, ihr nach Venedig zu folgen und ihr Herz zu erobern ... Von den Palästen Venedigs zu den Klöstern auf Berg Athos, von den Gärten Algiers in die engen Gassen von Jerusalem!Auszüge aus dem Buch
Angst stand in den Gesichtern der Dorfbewohner. Wenige Schritte vor der Hütte waren sie stehen geblieben, starrten mit unverwandtem Blick auf die armselige Bretterbude. Schweißtropfen perlten von gefurchten Stirnen. Plötzlich reckte der alte Giorgio die Faust und schrie: "Nieder mit der Hexe!"
"Nieder mit der Hexe!", brüllten die etwa zwanzig Männer und Frauen im Chor, die sich, fest entschlossen, dem Fluch ein Ende zu setzen, in den Wald gewagt hatten.
Mistgabeln und Piken schwenkend, stürmten sie auf das Haus zu. Schon beim ersten Stoß fiel die Tür aus den Angeln. Ihren flammenden Blicken bot sich der allein von einem schwachen Sonnenstrahl erleuchtete Raum dar. Leer.
"Sie ist auf und davon", rief die Witwe Trapponi mit Verdruss.
"Ist noch nicht lange her", bemerkte ein schmächtiger junger Mann und wies auf den Kessel, der über der Glut hing. "Seht doch, die Feuerstelle glimmt, und das Wasser ist ziemlich heiß."
"Würde mich nicht wundern, wenn sie sich hier irgendwo im Gebüsch versteckt. Los, wir suchen sie", rief wieder der alte Giorgio.
Über zwei Stunden durchkämmten die Dorfbewohner das Unterholz, spähten hinauf zu den Baumwipfeln. Vergebens.
"Das Weibsbild hat etwas geahnt und ist abgehauen", murmelte der Schmied vor sich hin. "Die soll ihre Hexereien woanders treiben!"
Dann ging er zurück in die Hütte, blies auf die Glut und verteilte sie in der Holzhütte. Mit der Hilfe eines einäugigen Bauern schlug er den Tisch entzwei, um den Flämmchen, die in den Winkeln des Raums züngelten, Nahrung zu geben. Dabei trat der Einäugige gegen ein Hindernis, so dass er ins Straucheln geriet.
"Gott verdammt! Ein Ring! Hier ist eine Falltür unter dem Tisch!", rief der Bauer.
Schreiend und gestikulierend drängten sich die Männer und Frauen in den Raum. Sie traten die Flammen aus, stellten sich um die Falltür und starrten auf den Ring, als öffnete er die Pforten zur Hölle. Denn kaum hatte sich der erste Jubel gelegt, stockte ihnen vor Entsetzen wieder der Atem, und ihre Schläfen wurden feucht. Der Schmied fertigte zwei Fackeln. Wortlos gab er Zeichen, man möge die Falltür öffnen. Ein Mann zog am Ring, und als die hölzerne Tür nach hinten klappte, schleuderte der Schmied eine der Fackeln ins Loch. Instinktiv wichen alle zurück.
Nichts geschah. Die Mutigsten beugten sich über die Öffnung. Die Fackel, die mindestens eine Menschenlänge tief auf gestampften Boden gefallen war, warf ihr Licht auf sieben Stufen einer schmalen Holztreppe. Ansonsten war nichts zu sehen.
"Komm aus deinem Loch, du Hexe, wenn du nicht gebraten werden willst", rief Giorgio mit einer Stimme, die fest klingen sollte, aber dennoch seine dumpfe Angst verriet.
Keine Antwort.
"Wir müssen hinuntergehen", sagte der alte Mann zögerlich.
Niemand rührte sich.
"Ihr Feiglinge", rief die Witwe Trapponi. "Sie ist schuld, dass er tot ist, mein Emilio."
Sie raffte ihre Röcke, griff nach der zweiten Fackel und stieg hinab.
Als sie die unterste Stufe erreicht hatte, leuchtete sie den hinteren Teil der Höhle aus. In einer winzigen Nische war ein regloser, mit einem Laken bedeckter menschlicher Körper auf eine Strohmatte gebettet, die direkt auf dem feuchten Boden lag. Die Frau trat näher. Sie überwand ihr Entsetzen, machte einen Schritt nach vorn und zog mit einem Ruck das Tuch beiseite.
Sie unterdrückte einen Schrei, schlug unendlich viele Kreuzzeichen und rannte wieder hinauf. Mit schreckensweiten Augen krallte sie sich an das Hemd des Schmieds.
"Das ist das Werk des Teufels!", schrie sie.
Der Frater Pförtner war höchst überrascht, als er am Tor die sonderbare Bauernschar sah, die einen Menschen auf einem Karren mit sich führte.
"Ich bin der Vorsteher des Dorfs Ostuni. Wir wollen den Abt sprechen", sagte der alte Giorgio.
"Unser Pater Abt ist nicht da. Was wollt ihr?", fragte der Mönch streng.
Die Abwesenheit des Klosteroberen verunsicherte die Bauern. Was sie entdeckt hatten, war von zu großer Bedeutung, als d
Biografie (Frédéric Lenoir)
Frédéric Lenoir, geboren 1962, ist Doktor der Soziologie und Forscher am Zentrum für interdisziplinäre Studien in Religionsangelegenheiten (EHESS). Er ist Autor, Journalist, Philosoph und Frankreichs bekanntester Religionssoziologe.Anmerkungen:
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