Wer bist du und was hörst du? – Folge 3

15. Juni 2017

In unserer Blogserie »Wer bist du und was hörst du? – Lieblingsalben des jpc-Teams« stellen wir euch regelmäßig unsere Kollegen, ihre liebsten Platten, Jugendsünden auf CD und aktuelle Geheimtipps vor. Hier ist die dritte Folge mit Markus.

Wer bist du und was machst du bei jpc?

Markus Müller zeigt seine Lieblingsalben.Hallo, mein Name ist Markus Müller und ich bin im Marketing von jpc beschäftigt. Ich informiere gerne über die neuesten Produkte, entweder durch den eCourier, den ich betreue, oder mithilfe der gedruckten Variante. Außerdem gehört das E-Mail-Marketing zu meinen Aufgabengebieten.

Auch wenn es wirklich schwer ist, sich festzulegen: Welches ist DAS eine Album, Dein Lieblingsalbum, das beste, wichtigste, das, das man immer hören kann? Und vor allem: warum?

Ein Album zu nennen, ist natürlich für jeden Musikfan ein fast unmögliches Unterfangen. Selbst, mich auf eine Band oder einen Künstler festzulegen, fällt mir schwer. Ich versuche es trotzdem, dazu folgende kleine Anekdote: Ich habe einen älteren Bruder, der in seiner Jugend gerne Metal gehört hat. Ich würde ihn zwar nicht als großen Musikfan bezeichnen, aber immerhin befanden sich alle Metallica-Alben in seinem Besitz. Irgendwann Anfang der 90er, ich war noch nicht mal Teenager, wurde ich auf die Alben aufmerksam. Es musste ja coole Musik sein, wenn mein großer Bruder sie hörte. Wahrscheinlich gefielen mir auch die Cover, die sich doch sehr von den Bravo-Hits- und PUR-Covern unterschieden, die meine CDs zierten. Ich stibitzte mir jedenfalls eines dieser Alben, legte die CD in meine eigene Musikanlage und war gespannt. Ich hatte nicht erwartet, was da auf mich zukam. Ich hörte irgendwie nur Krach – zwar sehr intensiven Krach, aber definitiv keine Musik. Ich meine mich erinnern zu können, dass mir sogar schlecht wurde. Beschämt und enttäuscht brachte ich die CD zurück in das Zimmer meines Bruders. Dieses Schauspiel wiederholte sich in den folgenden Jahren mehrmals. Ich konnte nicht davon lassen, aber scheinbar war ich noch nicht »reif« für so eine Musik.
Als ich ca. 12 Jahre alt war kam es dann allerdings zu einem »Erweckungserlebnis«. Ich las zu der Zeit meine ersten Stephen-King-Romane, ebenfalls aus dem Regal meines Bruder und dachte mir: »Wenn ich schon so coole Bücher lese, passt dazu doch auch viel besser die coole Musik meines Bruder.« Also ein neuer Versuch und was soll ich sagen, es machte klick. Ich weiß noch genau, wie ich in meinem Zimmer saß, Buch in der Hand und »Ride The Lightning« im Player. Keine Ahnung wie ich bei meinen unzähligen Versuchen, diese Musik zu mögen, das nicht hören konnte: Melodien gepaart mit Härte, kein Geschrei, wie ich es auf anderen CDs meine Bruders vorfand, sondern James Hetfields typischer Gesang – alles passte. Spätestens bei »Fade To Black« war es um mich geschehen. »Ride The Lightning« lief bei mir in den nächsten Wochen hoch und runter. Daraufhin »probierte« ich natürlich auch die anderen Alben von Metallica und es gefiel mir. Meine Begeisterung war geweckt. Wenn ich also sagen soll, welches DAS eine Album für mich ist, so ist es »Ride The Lightning« von Metallica. Es hat mich auf den »richtigen Weg« gebracht.
Mein Musikgeschmack hat sich in Laufe der Zeit weiterentwickelt, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Aber ich stelle immer wieder überrascht fest, dass mich die komplette Discographie von Metallica (wenn man mal von »St.Anger« und »Lulu« absieht) immer noch begeistert. Auch wenn ich seit Monaten kein Metallica-Album gehört habe, bin ich immer wieder überrascht, wie begeistert ich bin, wenn sich doch mal wieder eines der Alben in den Player verirrt. Ein Freund von mir sagte mal: »Neue Musik zu entdecken ist spannend, aber eigentlich braucht man nicht viel mehr als alle Alben von Metallica und ein bisschen Guns’n‘Roses um glücklich zu sein.« Daran muss ich dann immer denken, und ich glaube, er hat ein bisschen Recht.

Und kannst Du Dich auch noch an das erste Album erinnern, das du dir selbst gekauft hast?

Mein allererstes Album, das ich besaß, war »Seiltänzertraum« von PUR. Meine ersten beiden Maxisingles: »Cotton Eye Joe« von Rednex und 4 Non Blondes mit »What’s Up?«, allerdings alle nicht selber gekauft, sondern zu Weihnachten geschenkt bekommen. In dem Jahr bekam ich meine erste eigene Musikanlage. Ein paar weitere PUR-Alben habe ich mir später dann auch noch gekauft. Bis heute ist mir das eigentlich nicht peinlich. Es war wenigstens schon mal ein Band. Die Leute, die mich heute damit aufziehen, hörten in dem Alter noch viel schlimmere Dinge.
Meine ersten »richtigen Alben«, die ich mir selbst gekauft habe, wahrscheinlich kurz nach meinem Metallica-Erweckungserlebnis, waren das »MTV-Unplugged« von Nirvana, »Das Beste Von Kurz Nach Früher Bis Jetzte« von Die Ärzte und »Smash« von The Offspring. Vor allem »Smash« ist auch so ein Album, das ich immer hören kann.
Die besagten Metallica-Alben meines Bruders sind übrigens irgendwann heimlich in meinen Besitz übergegangen. Die erste eigens erworbene Metallica-CD war »Load«. Für mich war es völlig unbegreiflich, wie eine Band vier Jahre nichts Neues veröffentlichen kann. Umso größer war die Begeisterung, als »Load« endlich in die Läden kam.

Und last but not least: Gibt es aktuell ein Album, das so gut ist, dass es eins deiner neuen Lieblingsalben werden könnte?

Kein neues Album, aber erst vor einigen Jahren für mich entdeckt: »Born To Run« von Bruce Springsteen.
Für viele in meinem Alter ist Bruce Springsteen der Typ, der zu dem »todlangweiligen« »Streets Of Philadelphia« durch Philly schlurft. Das lief in meiner Kindheit/Jugend bei Viva und MTV rauf und runter.
Irgendwann habe ich mir mal ein Best-of von Springsteen gekauft, wahrscheinlich um nachvollziehen zu können, warum er eigentlich so groß ist. »Streets Of Philadelphia« und »Born In The USA« können dann doch nicht alles, da muss doch noch mehr sein. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Vom »Wall Of Sound« hatte ich noch nie gehört, aber er überrollte mich. Was ich bei den Songs »Born To Run« und »Thunderroad« zu hören bekam, haute mich um. Warum hatte ich diese Songs noch nie gehört? Seitdem kann ich es nicht mehr verstehen, warum Springsteen nicht nur von meiner Generation häufig auf »Born In The USA« reduziert wird. Ich kann jedem, der ein bisschen was für handgemachte Musik übrig hat, nur empfehlen, ein Konzert vom Boss zu besuchen. Spätestens dann wird man wissen, wovon ich rede.

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Christoph van Kampen

Verfasst von Christoph van Kampen

Christoph van Kampen ist unser Texter und Redakteur. Neben Rock, Pop, Klassik und Jazz beschäftigt sich der Schallplattenliebhaber bevorzugt mit dem Thema Vinyl, zum Beispiel hier im Blog.

4 Antworten zu “Wer bist du und was hörst du? – Folge 3”

  1. eduard malits sagt:

    allman brothers band , live fillmore east 1971 habe sie 72′ in NYC live gesehen und bin damals infiziert.

  2. Wolfgang DREßLER sagt:

    Meine erste selbst gekaufte Lp war Ten Years After “Recordet Live“. Muss 1971/72 gewesen sein. Etwa zu selben Zeit hörte ich im Radio Revival. Ich dachte, wer ist das denn. Seit dem bin ich ABB Fan. Habe sie zweimal Live gesehen. Einmal, ich glaub 1991 in Göttingen und 2011 im Beacon Theatre in New York. RIP Gregg.

  3. Robert Bernhardt sagt:

    Es ist immer schön und gut für die Entwicklung, wenn die eigenen Geschwister und auch die Eltern, regelmäßig Musik, unterschiedlicher Genres hören.

    Mutter –> WDR 4 bei der Hausarbeit
    Papa –> Shanti Chöre & Seemannslieder, heute kein Interesse mehr (Shellack-Platten stehen noch im Keller)
    Bruder –> Rock, Pop der 80er, heute Charts und Dance Music
    Schwester –> NDW und diverses aus den 80ern, heute kein Interesse mehr an Musik

    Bei so vielen unterschiedlichen musiklischen EInflüssen, war ich als angehender Erwachsener und Twen, perfekt vorbereitet für das coolste Musik-Jahrzehnt überhaupt: die 90er Jahre.

    Ich habe die 90er bzgl. Techno , als Raver in vollem Umfang genossen – die komplette Bandbreite Techno bzw. elektronsichen Musik.

    Erste Berührungen mit Dance Musik hatte ich damals durch meinen Bruder. Er spielte mir damals Sachen von Vinyl vor: z.B. Kraftwerk – Das Model, Off – Electrika Salsa, Bomb The Bass – Megablast, S-Express – Theme from s’express.
    Als ich später im TV auf Tele 5, regelmäßig die Top 100 sah und Songs von Snap, U96 und Prodigy hörte, war es mit tanzbarer Musik endgültig um mich geschehen!

    Auch heute begeistert mich elektronische Tanz Mucke weiterhin.
    Mit Anfang 40 habe ich es geschafft, im Kopf jung zu bleiben und musikalisch mitzuhalten. Ich höre auch gerne Drum&Bass, Trap, Dubstep…

    In meiner Teeniezeit, als wir Kiddies mit dem Skateboard unterwegs wahren, hörte ich viel Hip Hop und auch Gitarrenmusik: 2 Live Crew, Public Enemy, Dr. Dre, Ice Cube, Fanta 4, Deichkind, Samy Deluxe, Faith No More, Limp Bizkit, Fury in the Slaughterhouse.

    Heutzutage besinne ich mich auch gerne auf die Einflüsse meiner Familie und höre zwischen durch 80 Pop/Rock und deutsche Kultschlager aus den 70/80gern.
    Abseits der der elektronischen Musik höre ich sehr gerne 70/80er Disco/Philly- und Funk-Sounds.

    Mein All-Time-Favourite Musik Album: Daft Punk – Random Access Memories

  4. Volker Hohrein sagt:

    Meine erste LP war ein Geschenk von meinem Cousin „Emerson, Lake And Palmer –
    Pictures At An Exhibition (Live). Meine erste CD war von „Anthrax – Spreading The
    Disease“. Ich höre viel unterschiedliche Musik, meistens aber Metal. Aber meine Lieblingsband ist Wishbone Ash…