Meister Morrison
Wenn man sich im Leben für die Anschaffung von nur einer CD von Van Morrison entscheiden möchte, wäre „Veedon Fleece“ sicher eine gute Wahl. Oder „Astral Weeks“. Oder auch „Moondance“. Oder eben dieses Album - „Common one“.
Es vereint in Teilen vieles von dem, was Van Morrison in seinen früheren Meisterwerken in mehr und weniger starken Dosen geboten hat: Die keltische Klarheit von „Veedon Fleece“, die hypnotische Energie von „Astral Weeks“, die fast schon gelöste Liedhaftigkeit von „Moondance“, alles verpackt in herausragend einfallsreichen Kompositionen, jedes Wort überaus seelenvoll gesungen, jede Note virtuos gespielt. Alles ganz wunderbar – wobei: Das so richtig lockere „Satisfied“ stört wohl doch ein bisschen, fällt aus dem Rahmen. Das passt auf einem anderen Album besser, viel besser.
Der andere - nennen wir es ruhig einmal so - Schwachpunkt dieses Album ist die Titelabfolge. Ein Beispiel: Nachdem Van Morrison im ersten Stück Ruhe und Frieden beschwört und am Ende nur noch ein gehauchtes “be still“ herausbringt, beginnt das zweite Stück mit einem Schlagzeug-Groove. Der passt an anderer Stelle besser, viel besser.
Was tun? Ein Vorschlag zur Programmierung des CD-Spieler: 1; 5; 4; 2; 6 (die Bonus-Tracks brauchen wir jetzt nicht). Und nach weniger als einer Stunde wird es dann heißen: Wenn man sich nur eine CD von Van Morrisson anschaffen möchte, dann muss es „Common one“ sein! Aber, wer möchte das schon?