DR. FEELGOOD, das war eigentlich Punk schon vor dem Punk von 76 / 77, wird aber zum Pub Rock gezählt, weil sich diese ganze Szene mit Vorliebe für schlichten Rock, rustikalen Blues und klassischen R&B (steht für Rhythm & Blues und hat nichts mit der heutigen Soulmusik zu tun) in den lokalen Pubs der britischen Inseln tummelte und als Gegenwelt zum Glamour und Bombast der großen Rock Acts jener Tage galt.
Ins stickige Leben der Themse-Insel Canvey Island gerufen wurde die Band schon in Kindertagen, da waren die Jungs gerade mal um die 12 Jahre alt. Ab 1971 gingen Sänger Lee Brilleaux, Wilko Johnson, Gitarre, Bassist John B. Sparks und John Martin alias "The Big Figure" am Schlagzeug das Ganze dann professionell an. Zwei Jahre später sorgten sie mit ihrem R&B und einer explosiven Bühnen-Show erstmals in London (im legendären Club "Hope & Anchor") für Aufsehen und machten bald danach Furore. NME-Cover, Plattendeal (bei United Artists, heute EMI), Top 10-Alben (z. B. 76 das Live-Album "Stupidity") und viele sensationelle Singles wie "Roxette" und "She Does It Right" oder später (mit Gypie Mayo als neuem Gitarristen) "Milk And Alcohol" und "No Mo Do Yakamo" folgten. Ihr Einfluss war Mitte der 70er eminent: Paul Wellers Jam und die Boomtown Rats z. B. hatten Feelgood-Songs in ihrem ersten Repertoire, und Mitglieder von Blondie brachten eine LP mit nach New York, die auf ihren Lower East Side-Parties Plattenrunde für Runde drehte.
Zur späteren, auch dramatischen Geschichte einfach irgendwann jenen Streifen ansehen, den Julien Temple, der überaus renommierte Regisseur und auch Musikfilmer über die Formation DR. FEELGOOD gedreht hat und der Anfang Februar 2010 in UK anläuft: "Oil City Confidential". Er beschließt damit eine UK-Band Trilogie, die mit "The Filth And The Fury" über die Sex Pistols und "The Future Is Unwritten" über den Clash-Sänger Joe Strummer begann. Das Musikmagazin "Uncut" nannte den Film nach der Promo-Premiere in Tarantino-Anlehnung "Reservoir Dogs In Essex", die Times bezeichnete ihn als "great and deeply moving rock’n’roll history". Das Soundtrack-Album enthält bis auf 3 Songs von Johnny Kidd & The Pirates ("Shakin’ All Over") bzw. den Paramounts ("Poison Ivy") ausschließlich DR. FEELGOOD-Nummern aus den ersten 4 Alben, die Hälfte davon live! Da kann man sich nur gut fühlen!
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NoteCD (Compact Disc)
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