• Hell
  • Teufelswerk
  • 2 CDs i **;

Detailed Information

  • Label: Gigolo, 2009
  • Order number: 7746724
  • Release date: 1.5.2009

Disk 2 von 2

  1. 1 Germania Start
  2. 2 The Angst / The Angst [Part 2] Start
  3. 3 Carte Blanche Start
  4. 4 Nightclubbing Start
  5. 5 I Prefer Women To Men Anyway Start
  6. 6 Action Start
  7. 7 Hell's Kitchen Start
  8. 8 Silver Machine Start
*** Digipack

Product Information

Rezension:


Geräusche im Bunker, entfernte Schüsse, Explosionen. Dann ein elektronischer Loop, der wie eine Utopie der siebziger Jahre klingt, der einen aus den feuchten, finsteren Tiefen führt. Glockenhelle Klangtupfer schließlich, wie Lichtstrahlen. Hinaus, hinaus, aus dem schweren Schatten der Geschichte auf die Autobahn - in ein moderneres Land. Das ist ungefähr das Spektrum der Metaphern, das die ersten Minuten von Hells Doppelalbum »Teufelswerk« abdeckt. Der erste Track auf der Tages-Seite der in »Day« und »Night« unterteilten Platte heißt »Germania«, und das muss man sich erstmal trauen. Aber Helmut Geier, der inzwischen 46 Jahre alte Star-DJ aus München, ist noch nie angetreten, um kleine Techno-Brötchen zu backen. »Teufelswerk«, das sechs Jahre nach Hells letztem Studio-Album »N. Y. Muscle« erscheint, ist tatsächlich sein Opus Magnum, ein Elektronik-, ein Techno-Werk, das dem traditionellen Begriff eines persönlich gefärbten Singer / Songwriter-Album nahe kommt, ohne wirklich das Terrain zu verlassen. Vor allem auf der Tages-Seite greift Hell ganz tief zu seinen eigenen Wurzeln, zitiert und zelebriert Kraftwerk, Can und Neu!, um sich selbst zu erden, aber auch, so scheint es, um eine Art Enzyklopädie deutscher Elektro-Musik zusammenzustellen.

»The Angst«, treffenderweise gleich über zehn Minuten lang und mit einem zweiten Teil, »The Angst, Pt. 2«, versehen, entwirft einen angemessen teutonischen Beklemmungskosmos, der sich im Zuge der weiteren »Day«-Stücke jedoch in Wohlgefallen auflöst. Kein Wunder, der österreichische Lounge-Spezialist Peter Kruder hat produziert. Auf der Nachtseite des Albums wird natürlich getanzt. Chicago House und Detroit Techno stehen Pate, und im Popsong »U Can Dance« singt Stilikone Bryan Ferry. HipHop-Mogul P. Diddy darf in »The DJ« ein launiges Plädoyer für die 20-Minuten-Version halten, während in »Bodyfarm2« und »Electronic Germany« wieder die minimalistischen Tanztugenden aus München, Frankfurt, Düsseldorf und Berlin beschworen werden. »Teufelswerk« ist in erster Linie persönliche Bestandsaufnahme. Aber auch als innige Verbeugung vor einem der wenigen originären Pop-Genres, die Deutschland hervorgebracht hat, taugt dieses grandiose Doppelalbum. Geräusche im germanischen Bunker, das sind längst nicht mehr nur die Echos von Nazi-Wahn und Biedersinn, sondern vor allem modernstes Nightclubbing. Hell yeah!
Andreas Borcholte bei Spiegel. de, 5 / 09

EUR 18.99*

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