Detailinformationen

  • Label: Koch, 1963-2008
  • Bestellnummer: 1548700
  • Erscheinungstermin: 2.12.2011

Disk 1 von 4

  1. 1 Rumpelstilzchen Start
  2. 2 Weintrinker Start
  3. 3 Spiel nicht mit den Schmuddelkindern Start
  4. 4 Ein schönes Lied Start
  5. 5 Deutscher Sonntag Start
  6. 6 Wölfe mitten im Mai Start
  7. 7 Horsti Schmandhoff Start
  8. 8 Tonio Schiavo Start
  9. 9 In den guten alten Zeiten Start
  10. 10 Tante Th'rese Start
  11. 11 Väterchen Franz Start
  12. 12 Feierabend Start
  13. 13 Wenn der Senator erzählt Start
  14. 14 So sind hier die Leute Start
  15. 15 Notar Bolamus Start
  16. 16 Vatis Argumente Start

Disk 2 von 4

  1. 1 Rumpelstilzchen Start
  2. 2 Weintrinker Start
  3. 3 Spiel nicht mit den Schmuddelkindern Start
  4. 4 Ein schönes Lied Start
  5. 5 Deutscher Sonntag Start
  6. 6 Wölfe mitten im Mai Start
  7. 7 Horsti Schmandhoff Start
  8. 8 Tonio Schiavo Start
  9. 9 In den guten alten Zeiten Start
  10. 10 Tante Th'rese Start
  11. 11 Väterchen Franz Start
  12. 12 Feierabend Start
  13. 13 Wenn der Senator erzählt Start
  14. 14 So sind hier die Leute Start

Disk 3 von 4

  1. 1 Notar Bolamus Start
  2. 2 Vatis Argumente Start
  3. 3 P.T. aus Arizona Start
  4. 4 Entschuldigung eines alten Sozialdemokraten Start
  5. 5 Fast autobiographischer Lebenslauf eines Westdeutschen Start
  6. 6 Die Wallfahrt zum Big Zeppelin Start
  7. 7 Rudi Schulte Start
  8. 8 Nostalgia Start
  9. 9 Befragung eines Kriegsdienstverweigerers Start
  10. 10 Sacco und Vanzetti Start
  11. 11 Ballade von der schönen alten Stadt Start
  12. 12 Kommt an den Tisch unter Pflaumenbaumen Start
  13. 13 Ballade von Joß Fritz Start
  14. 14 Zündschnüre-Song Start

Disk 4 von 4

  1. 1 Ballade vom verlorenen Sohn Start
  2. 2 Arbeitslosigkeit Start
  3. 3 Wildledermantelmann Start
  4. 4 Rondo Pastorale Start
  5. 5 Drumherumgerede Start
  6. 6 Unser Land Start
  7. 7 Du bist anders als die Andern Start
  8. 8 Ballade vom Edelweißpiraten Nevada Kid Start
  9. 9 Tango Du Midi Start
  10. 10 Nach 30 Jahren zurückgekehrt Start
  11. 11 Die Lehrerin Start
  12. 12 Trink aus Katrin Start
  13. 13 Junge Paare auf Bänken Start
  14. 14 Das Testament Start
  15. 15 Reiter wieder an der schwarzen Mauer Start
  16. 16 Lied für die ich es sing Start
  17. 17 Rosen im Schnee Start
  18. 18 Wer jetzt nicht tanzt Start
  19. 19 Botschaft an eine Enkelin Start
  20. 20 Und am Ende wieder leben Start
  21. 21 Später
  22. 22 Nocturn
  23. 23 Wer zu spät kommt
  24. 24 Ja, es gibt diese Abende noch
  25. 25 Am Fluss
  26. 26 Laute von damals
  27. 27 Weiter im Text
  28. 28 Ich ging im letzten Mai
  29. 29 Tanz im Freien
  30. 30 Quantensprung
  31. 31 Kirschenzeit
  32. 32 Dämmerung
  33. 33 Sie ist in den Wald gegangen
  34. 34 Die Ernte droht
  35. 35 An der Quelle
  36. 36 Jeder Traum
*** Digipack

Produktinfo

64 traumhafte Lieder des Mannes, der am 03.12.2011 80. Jahre alt geworden wäre.

Es mag einige Rechtsanwälte geben, die auch mal ein Lied singen. Aber es gibt nur einen, der solche Lieder gesungen hat wie Franz Josef Degenhardt. 64 sorgsam ausgewählte dieser ebenso poetischen wie politischen Chansons aus den Jahren 1963 bis 2008 sind nun in der 4-CD-Box „Gehen unsere Träume durch mein Lied" versammelt, die eine umfassende Werkschau des womöglich wichtigsten deutschen Liedermachers ermöglicht.

Es sind Lieder wie „Deutscher Sonntag", die den ganzen Muff, die spießige Borniertheit, die eher fröstelnd machende „Gemütlichkeit" der Nachkriegs-Bundesrepublik wortgewandt sezierten. Lieder, die - bei allem direkten Zeitbezug - oft über ihre Zeit hinauswirk(t)en. So haben Erdmöbel, aktuell sicher eine der interessantesten Bands hierzulande, Degenhardt's „Ein schönes Lied" gecovert, das mit der nicht nur metaphorischen Figur des „gebrannten Kindes" bis heute Flüchtlingsschicksale überall auf den Punkt bringt (auch wenn es unter dem Eindruck des Vietnam-Kriegs entstand). Und „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern", das Lied vom Jungen aus besseren Kreisen, der doch gefälligst auch dort zu bleiben hat, mauserte sich über die Jahre sogar zum geflügelten Wort. Und fand dabei Eingang in die Werke so unterschiedlicher Künstler wie Helge Schneider („Katzenoma") und der Hip-Hop-Formation Anarchist Academy.

Seine ersten Auftritte als Chansonnier absolvierte Franz Josef Degenhardt auf dem traditionsreichen Burg Waldeck-Festival, nachdem er seine Gitarre zuvor auch schon mal auf Polterabenden und Goldenen Hochzeiten gezupft hatte. Seine ersten eigenen Lieder gab er dann zunächst im Familienkreis zum Besten, bevor ein Tonbandmitschnitt der kleinen Hausmusik den Rundfunk hellhörig werden ließ. Degenhardt - Katholik und Cousin des 2002 verstorbenen Paderborner Kardinals Johannes Joachim Degenhardt - war bereits dreifacher Vater, als er 1965 mit seinem zweiten Album „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" endgültig ins nationale Rampenlicht trat. Damals promovierte Degenhardt gerade als Jurist am Institut für Europäisches Recht der Universität des Saarlandes in Saarbrücken mit einer Arbeit über „Die Auslegung und Berichtigung von Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften". Bald verteidigte er vor Gericht auch Mandanten, die an Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition beteiligt waren.

Auch als Liedermacher wurde Franz Josef Degenhardt mit Stücken wie der Faschismus-Parabel „Wölfe Mitten Im Mai", „Väterchen Franz" (das dem dritten Album den Titel gab) und „So sind hier die Leute" eine feste Größe der 68er-Bewegung zwischen Ostermarsch, Vietnamkrieg und Notstandsgesetzgebung. Und doch gingen viele seiner Lieder auch über bloße Barrikaden-Begleitmusik weit hinaus. Insofern ist es eher als Kompliment zu verstehen, wenn „Der Spiegel" damals in seiner Rezension über das vierte Album „Ein Senator erzählt" notierte, es wirke doch „allzu poetisch und fast schon unzeitgemäß."

Seiner Zeit blieb Franz Josef Degenhardt mit seinen auch von Folk, Jazz und Talking-Blues inspirierten Liedern aber auch später auf der Spur, als sich die Zeiten spürbar wandelten und er längst seinen ersten, später auch verfilmten Roman („Zündschnüre") vorgelegt hatte - immer getreu seinem früh formulierten Credo: „Was ich singe, soll nicht erregend neu sein, es soll schön klingen." So karikierte er dann den „Wildledermantelmann", der auf dem langen Marsch durch die Institutionen so manches Ideal verriet. Er schrieb mit „Die Ballade vom verlorenen Sohn" seine Schmuddelkinder-Thematik fort. Er bediente sich in der Hymne auf die unvergessenen US-Arbeiterführer „Sacco und Vanzetti" auch mal bei Ennio Morricone und Joan Baez („Here's To You"). Er interpretierte 1986 auf „Junge Paare Auf Bänken" auch mal ausschließlich Vorlagen seines Vorbilds George Brassens, des berühmten französischen Chansonniers, der leider schon fünf Jahre zuvor verstorben war.

Auch jenseits der 70 konnte Franz Josef Degenhardt auf seinen letzten Alben wie „Quantensprung", „Dämmerung" und „Dreizehnbogen" seinen hohen Qualitätsstandard halten und wurde dabei auch von seinem Sohn Kai, auch als Co-Produzent, begleitet. Zum berühmten Schwelmer „Krächzen" (wie Degenhardt selbst sagt) verband er in Liedern wie „Kirschenzeit", „Sie ist den Wald gegangen" und „An der Quelle" die Melancholie und Milde der späten Jahre mit ungebrochenem Zorn und schöpfte dabei sein surreales Potenzial so weit aus wie kaum zuvor.

Für „Jeder Traum", das der vorliegenden Werkschau den Titel gab, vertonte Degenhardt ein Gedicht von Louis Fürnberg und singt: „Ja, ich hab mein Schicksal längst beschlossen, als ich mich zum Widerspruch entschied. Wenn ich singe, Freunde und Genossen, gehen unsere Träume durch mein Lied." Damit fand sich Franz Josef Degenhardt 2008 sogar auf der Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik wieder, und das immerhin 38 Jahre nachdem er erstmals den Deutschen Schallplattenpreis entgegennehmen konnte. Schallplatten gibt es heute nur noch im Vinyl-Reservat. Franz Josef Degenhardt wäre 80 geworden. Die Zeiten ändern sich - zumindest einige diese 64 Lieder werden immer (wieder) da sein.

Rezensionen


,,Für die Herausgeber der 4er-CD war es keine leichte Aufgabe, die besten Lieder aus fünf Jahrzehnten zu kompilieren. Man kann wunderbare Songs wie “Zwischen zwei Straßenbahnen” oder “Die alten Lieder” vermissen, man kann sich aber auch am langen Reigen von großartigen, bekannten wie unbekannten 64 Degenhardt-Stücken erfreuen." (Good Times, Februar / März 2012)

,,Das Vermächtnis des im November 2011 verstorbenen Liedermachers. Engagiert bis zum Ende: 64 ausgewählte Songs der Jahre 1963 bis 2008 auf einer 4-CD-Box." (musikexpress, Februar 2012)

,,Das 4-CD-Set ,,Gehen unsere Träume durch mein Lied" zeigt den linken Utopisten, den scharfzüngigen Chronisten und Sprachkünstler." (Audio, März 2012)

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