Am 8. Mai jährt sich die Kapitulation der deutschen Streitkräfte, und damit des Ende des II. Weltkrieges, zumindest für Europa, zum 60. Mal. Die Rheinmetropole Köln, Ende Mai 1942 erstes deutsches Großstadtziel der alliierten Bomberverbände, bei dem über 1.000 Flugzeuge im Einsatz waren, lag damals genauso völlig in Trümmern wie all die anderen größeren Städte im ehemals tausend-, letztendlich nur zwölfjährigen Reich. Einzig der Kölner Dom, einige Mal getroffen zwar, aber nicht zerstört, stand noch an seinem Platz. Man muss sagen seltsamerweise, gleichgültig ob er nun aus göttlicher Fügung, Ziel(un)genauigkeit oder als weithin sichtbarer Orientierungspunkt für zukünftige Bomber-Einsatzrouten verschont geblieben war, aber vielmehr noch glücklicherweise, weil der monumentale Kirchenbau fortan ein gewisse Signalfunktion besaß, nach dem Motto: Das Leben geht weiter – für die Überlebenden, für die Trümmerfrauen, die Heimkehrer, schlichtweg für alle Kölner und auch die Menschen im Umland.
Kaum zu glauben angesichts der Fotos von den Zerstörungen, aber die Kölner ließen sich nicht unterkriegen, und so feierte nicht nur der Karneval seine Auferstehung, sondern es entstanden in der Nachkriegszeit auch zahlreiche neue Lieder, die sich nachdenklich und / oder melancholisch und / oder humorvoll mit der damaligen Situation auseinandersetzten, Lieder, die Mut machten, die zu Tränen rührten, weinenden wie lachenden Auges, Lieder, die teilweise längst zum kölschen Karnevals-Allgemeingut zählen, teilweise aber auch weniger bekannt sind. 1995 nahmen sich die BLÄCK FÖÖSS dieser Thematik an und produzierten in Zusammenarbeit mit dem WDR und der Kreissparkasse Köln unter dem Titel "Usjebomb" eine TV-Sendung, die dann ein Jahr später in Ausschnitten (18 Titel) als CD-Exklusivprodukt (nur) in den Filialen der Kreissparkasse zu haben war, und inzwischen natürlich längst vergriffen ist.
Der 60. Jahrestag des Kriegsendes ist nun Anlass genug, das Album "Usjebomb" neu aufzulegen, jetzt allerdings erstmals in kompletter Form mit allen 29 im originalen Programm enthaltenen Nummern. Die Doppel-CD offeriert dabei die ureigenen BLÄCK FÖÖSS-Versionen von Liedern aus den Federn von Jupp Schmitz ("Ming herrlich Kölle", 1947), Karl Berbuer (u. a. "Wenn jetz de Heinzelmänncher köme", 1947), Fritz Weber ("Nüngzehnhundert Johr steiht uns’ Kölle am Rhing", 1950), Jupp Schlösser / Gerhard Jussenhoven (u. a. "Sag ens Blotwosch", 1948) und vielen anderen mehr. Die Instrumentierung wurde betont schlicht angelegt, um die mögliche Atmosphäre kleiner Säle oder verqualmter Kneipen zu vermitteln: Quetsch, Klavier, Gitarre, Mandoline – BLÄCK FÖÖSS-Mitglied Hartmut Priess dazu im Original-Booklet: "Instrumente, die normalerweise von einem großen Orchester übertönt werden, verleihen diesen Liedern nun ihren Charakter und verstärken das Nachdenkliche, Melancholische oder den leisen Humor. Kölsche Lieder offenbaren hier plötzlich Chansonqualitäten."
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Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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