Hermann Wolfgang von Waltershausen (1882-1954): Oberst Chabert
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Ein vergessener Sensationserfolg
Oberst Chabert, 1912 in Frankfurt uraufgeführt und danach an allen wichtigen Bühnen Deutschlands nachgespielt, wurde bald weltweit als Sensationserfolg gefeiert. Der mit dreißig Jahren noch relativ junge, eher unbekannte Komponist aus München, Hermann von Waltershausen, schien sich mit seiner Balzac-Adaption einen der vorderen Plätze in der Publikumsgunst errungen zu haben. Verträge mit über 70 Opernhäusern in aller Welt konnte der Verlag in den ersten beiden Jahren abschließen. Allenthalben war man sich einig darüber, es hier mit einer Oper zu tun zu haben, deren Wirkung für sich und ihren Schöpfer als vielversprechend anzusehen war. Wie wir heute wissen, sollte sich diese Gewißheit nicht ganz bestätigen. Als 1933 an der Oper in Berlin-Charlottenburg (der heutigen Deutschen Oper Berlin) die einhundertste Inszenierung stattfand, sollte das für die folgenden 75 Jahre auch die letzte an einem großen Haus sein. 2010 erinnerte sich genau dieses Haus an das fast vergessene Werk und grub es in prominenter Sängerbesetzung (u. a. Bo Skovhus!) wieder aus: Volltreffer! Auf cpo können Sie nun dieses ganz in spätromantischem Wohlklang badende Werk kennenlernen.
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A Forgotten Sensational Success
Oberst Chabert (Colonel Chabert), an opera premiered in Frankfurt in 1912 and then presented on all of Germany’s leading stages, was soon also celebrated worldwide as a sensational success. Hermann von Waltershausen, its thirty-year-old composer from Munich, was still relatively young and rather unknown, but with this Balzac adaptation he now seemed to have earned himself one of front places in public favor. Everywhere the unanimous view was that the impact of this opera held forth the highest promise for itself and for its composer. As we know today, future developments would not entirely confirm this conviction. The hundredth stage performance of the opera was held at the Berlin-Charlottenburg Opera (today’s German Opera of Berlin), but seventy-five years then would pass until the next such presentation. In 2010 this house paid tribute to this
practically forgotten work, reviving it with a prominent cast of vocalists (including Bo Skovhus!). The result was a stunning success, and on cpo you now have the opportunity to get to know this work suffused with late-romantic melodiousness.
Rezensionen
,,Wegen finanzieller Engpässe nur in einer halbszenischen Version aufgeführt, wurde >>Oberst Chabert<< am Haus in der Bismarckstraße mit gutem Erfolg wiederbelebt (OG 5 / 2010). Nun zementiert ein bei cpo erschienener Live-Mitschnitt sowohl die Erinnerung an diesen spannenden
Programmbogen wie auch an eine operngeschichtliche Epoche, die. eben Iängst noch nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben hat. Waltershausens Drama um einen tot geglaubten Kriegsheimkehrer ist ein äußerst geglücktes Stück - dramatisch wie musikalisch - und besitzt bei aller stilistischen Traditionalität das Zeug zur Zeitlosigkeit." (Das Opernglas, Mai 2011)
Press comments
klassik. com 04 / 11: "Die drei Hauptpartien sind in der
dokumentierten Berliner Aufführung glücklicherweise mit
wahren Sängerpersönlichkeiten besetzt. Die Hauptfigur des
Oberst Chabert liegt in der bewährten Kehle des Dänen
Boje Skovhus. Einen besseren Sängerdarsteller hätte man
für die intensive Bariton-Partie wohl nicht finden
können."
Kulturradio rbb 04 / 11: "Spannendes, extrem dichtes
Musiktheater und ein großartiger Live-Mitschnitt. Für
Fans der spätromantischen Oper ein Muss. Ein muskalisches
Kammerspiel, äußerst packend und kurzweilig wie ein
Krimi, mit sehr menschlichen Dimensionen."
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