+Pranam f. Sopran, 12 Instrumente & Tonband
+Hans Zender: 5 Haiku (Lo-Shu IV) f. Flöte & Streichorchester;Zeitströme f. Orchester;
Kantate nach Worten von Meister Eckhart f.
Bratsche, Altflöte, Cello & Cembalo
Artist: Hirayama, Staege, Aurbacher, Mitglieder des
Ensemble Integration Saarbrücken,
RSO Saabrücken, Hans Zender
Der italienische Komponist und Schriftsteller
Giacinto Scelsi hinterließ der Öffentlichkeit nur
wenig verlässliche Daten zu seiner Biographie.
1905 als Sohn einer reichen Adelsfamilie geboren,
wurde Scelsi noch seinem Kompositionsstudium
in Rom und Wien sowie mehreren Reisen
nach Afrika und Asien zu einem Anhänger fernöstlicher
Philosophie. Charakteristisch für viele
seiner Werke ist deren Konzentration auf einen
einzelnen Ton oder einen bestimmten Klang.
Exemplarisch kommt dieses Verfahren in einem
Ende der fünfziger Jahre entstandenen Werk mit
dem Titel >Quattro pezzi per orchestra (ciascuno
su una nota)< zum Ausdruck. Jedes der
vier kurzen Stücke kreist um einen bestimmten
Zentralton, mit dem es beginnt und schließt.
Scelsi selbst bekannte, er sei durch die Beschäftigung
mit der Zwölftontechnik krank geworden
und habe sich einzig heilen können, indem er
auf dem Klavier einen Ton immer wieder anschlug,
um seinem Verklingen nachzuhorchen.
Zu Beginn der sechziger Jahre begann sich
Scelsi, angeregt durch die Bekanntschaft und Zusammenarbeit
mit der Sängerin Michiko Hirayama,
intensiv mit den Möglichkeiten der menschlichen
Stimme auseinanderzusetzen. In den folgenden.
Jahren entstanden zahlreiche Werke für
eine oder mehrere Solostimmen bzw Chor. Zu
diesem Werkkomplex gehört >Pranam l< für
Stimme, l2 Instrumentalisten (Flöte, Englischhorn,
Klarinette, Fagott, Alt- Saxophon, Horn, Trompete,
Posaune, 2 Violinen, Viola und Violoncello)
und Tonband. Scelsi komponierte das Stück
1972 in >Erinnerung >in den tragischen Verlust
von Jani und Sia Christou<.
Hans Zenders Orchesterstück >Zeitströme<
wurde am 17 Oktober l974 in einem Konzert
der WDR-Reihe >Musik der Zeit< zum ersten
Mal gespielt. Ausgangspunkt der Komposition
sind vier verschiedene Klangschichten (Holzbläser,
Blechbläser, Streicher und vier Xylophone),
die sich immer mehr durchdringen und schließlich
zusammenfließen.
Die Kantate nach Worten von Meister
Eckhart für Altstimme, Alt- Flöte, Violoncello und
Cembalo komponierte Hans Zender 1980.
Die Fünf Haiku für FIöte und Streicher
(Lo-Shu lV) von Hans Zender entstanden Anfang
1982 und wurden am 20. Mai des Jahres
im Rahmen des Festivals >Musik in 20. Jahrhundert<
uraufgeführt. Zender schrieb in den siebziger
und achtziger Jahren eine Reihe von Stücken
mit dem Titel "Lo-Shu", mit dem man im alten
China ein neunfach unterteiltes Quadrat bezeichnete.
Die Widmung des Werkes lautet >Für
Roswitha Staege und das Kammerorchester des
Saarländischen Rundfunks. Helmut Fischer zum
Gedächtnis."
Press comments
Bernhard Uske in FonoForum 12.97: "Der Dirigent läßt sich
Zeit, um die mikrotonalen und mikrointervallischen
Abläufe zur Entfaltung zu bringen. Dabei ist Zender nicht
auf Verschmelzen und Gleichförmigkeit aus, sondern
durchaus auf Differenz in Gestalt und Charakter
einzelner Satzteile und Klangelemente." (zu Scelsi)
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