Als reichsunmittelbare Stadt hatte Hamburg für seine Verteidigung selbst Sorge zu tragen. Seit 1619 gab es eine feste Institution für diese Verteidigung: die Bürgerwache. Die verantwortungsvollste Position kam den 57 Kapitänen zu. Den gebührenden Dank für diese bedeutungsvolle Tätigkeit entrichtete die Stadt in Form der nahezu alljährlichen Festmahle. Und natürlich einer großen, zweiteiligen Festmusik. Von den ca. 30 »Bürgerkapitänsmusiken«, die Telemann zwischen 1723 und 1767 schrieb, sind leider nur neun Werke vollständig erhalten. Die haben es aber in sich und zeigen, dass wir es hier beileibe nicht mit nebensächlichen Gelegenheits- und Auftragswerken zu tun haben, sondern mit Oratorien von höchstem Rang innerhalb Telemanns Schaffen.
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Telemann’s Kapitaensmusik of 1724
As a city directly subordinate to the emperor, Hamburg could not rely on the protection provided by the imperial army but had to organize its own defense system. Since 1619 a permanent institution, the civic guard, had functioned in this capacity. The civic guard was organized in companies and regiments whose members were drawn from the city’s parish churches. The positions with the greatest responsibility within the civic guard were those held by the fifty-seven captains in charge of all military matters. The city offered fitting thanks for this important service in the form of festive banquets held almost every year – genuine »state occasions« with a strictly prescribed protocol extending to matters of detail – and of course with a grand, two-part festive composition. Of the some thirty Bürgerkapitänsmusiken (Compositions for the Civic Captains) composed by Music Director Telemann between 1723 and his death in 1767, only nine works are extant in full. They have what it takes and show that what we have here are hardly insignificant occasional and commissioned works but
oratorios occupying the highest rank within Telemann’s oeuvre. The allegorical texts almost always referring to the local Hamburg context set in motion all his creative and imaginative forces. This quite early oratorio is also bursting with musical surprises!
Press comments
musikansich. de 09 / 08: "Wie eine vokale Nachtmusik breitet
sich raffiniert der einleitende Chorsatz 'Gelieber
Aufenthalt beglückter Stille' aus. Hier wird ganz
unvermutet ein großartiger Moment des Innehaltens
geschaffen, der durch sein Ausmaß (fast 10 Minuten), den
Einsatz einer Solo-Oboe und die Wahl der Tonart a-moll
von überwältigender schmerzlicher Süße ist. Schon allein
diese friedvoll sich verströmenden 10 Minuten edelster
Musik sind den Erwerb der SACD wert. Ein Genuß ist das
farbige, alerte Spiel des 'Telemannischen Collegium
Michaelstein', das bei 'seinem' 'Telemann hörbar zuhause
ist und keinen der zahlreichen Instrumentaleffekte
verschenkt."
Die SACD verwendet eine höhere digitale Auflösung als die Audio-CD und bietet außerdem die Möglichkeit, Mehrkanalton (Raumklang) zu speichern. Um die Musik in High-End-Qualität genießen zu können, wird ein spezieller Super Audio CD-Player benötigt. Heute sind aber bereits Kombi-Player auf dem Markt, die alle Formate abspielen können. Dank Hybrid-Funktion (jeweils in unseren Artikeldetails angegeben) sind viele SACDs auch auf herkömmlichen CD-Playern abspielbar. Dann allerdings unterscheidet sich der Sound nicht von einer normalen CD.
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