Der Untertitel „Das Märlein von dem Fischer und seiner Frau“ weist auf das bekannte, von den Brüdern Grimm überlieferte Märchen als Grundlage hin. Die Oper jedoch weicht in einigen Elementen von der Märchenvorlage ab. Das für die dramatische Entwicklung Wesentliche, die innere Motivierung der Geschehnisse, ist der selbstständigen Arbeit des Textdichters Hugo Hoffmann, des Schwagers Kloses, zu verdanken. Die Fischersfrau Ilsebill strebt stets nach Höherem und möchte nach dem Wunsch, erst Großbäuerin, dann Fürstin, dann Kirchenoberhaupt zu werden schließlich Gott sein, was dazu führt, dass Fischerin und Fischer zu guter Letzt nach einer Naturkatastophe - nach einem musikalisch reinigenden Gewitter - wieder in ihrem Baumstamm am See wohnen. In „Ilsebill“ hat die Musik die Vorherrschaft. Darauf deutet schon Kloses Bezeichnung „dramatische Symphonie“ hin. Nicht zuletzt ist auch die Anlage des Werkes im Großen der Form einer Symphonie vergleichbar. Der Neuromantiker Klose wurde vor allem für seine originelle Orchestrierung und Instrumentation bewundert. Nach der Uraufführung 1903 erhielt "Ilsebill" viel Anerkennung und Lob, wurde Klose gar als der "neue Mann" des deutschen Musiktheaters begrüßt. Wagners Einfluss ist mitunter unverkennbar, aber dennoch ist die Musik mit ihrem der Handlung entsprechenden traumhaften Charakter selbst bei den mächtigsten Natur-Kraftentfaltungen nie gewalttätig und bietet selbstständige und prägnante Wendungen und Art der Steigerungen.
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Klose’s »Ilsebill«
The subtitle of Friedrich Klose’s opera Ilsebill, »The Tale of the Fisherman
and His Wife,« refers to its source, the well-known fairy tale transmitted by
the Brothers Grimm. The opera itself, however, differs from the fairy tale in a
number of elements. The essential aspect in the dramatic development, the
intrinsic motivation of the events, is the independent work of the librettist Hugo
Hoffmann, Klose’s brother-in-law. The fisherman’s wife Ilsebill constantly
aspires to higher things and wishes to be a prosperous farmer’s wife, a princess,
a prince of the church, and finally God – with fateful consequences: after a
catastrophe wrought by the forces of nature and rendered as a musically purifying
thunderstorm, she and her husband end up having to return to their tree trunk by the lake.
In Ilsebill music predominates, as Klose’s designation of the work as a »dramatic
symphony« indicates, and the overall design is comparable to that of a symphony.
The neoromanticist Klose was admired above all for his original orchestration and
instrumentation. After its premiere in 1903 Ilsebill received much recognition and
praise, with Klose even being welcomed as »the new man« of the German music
theater. Wagner’s influence is in evidence here and there, but the music has a dreamy
character corresponding to the action, is never violent even during the most powerful
demonstrations of the forces of nature, and offers independent and grippingly succinct
developments and methods of intensification.
Press comments
Theater pur 11 / 09: "Das Ensemble des Theaters Aachen
leistet Vorzügliches und das Orchester unter der Leitung
von Marcus Bosch weiß diesen fast in Vergessenheit
geratenen Komponisten ausgesprochen gut zu präsentieren.
Klose vertritt eine Farbe in der Geschichte der
Opernmusik, die als Bindeglied zwischen Wagner und
Strauss liegt."
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