Ein zweites Mal begegnen wir dem Geiger Carl Halir in den Informationen zu den cpo - Veröffentlichungen dieses Monats. Er war nicht nur Primarius im besagten Klaviertrio mit Georg Schumann, sondern auch Primarius seines eigenen Streichquartetts, das als Widmungsträger die ersten beiden Streichquartette Felix Weingartners aus der Taufe hob. Weingartner selbst schrieb später über die Uraufführung des 2. Quartetts op. 26, dass es „zunächst komisches Entsetzen erregte. Selbst die Halirs stutzten und spielten es mit zaghaftem Respekt, während ein Teil des Publikums zischte. Das Stück hat durchwegs düsteren Charakter und klingt mitunter sehr herb; das Erschrecken darüber verstehe ich aber heute noch nicht...“ Nein in der Tat, auch 2011 kann man dieses zeitgenössische Erschrecken nicht nachvollziehen: Sowohl dieses zweite als auch das 1917 komponierte vierte Streichquartett tun keinem Ohr weh und – wie schon bei Weingartners Sinfonien ersichtlich – lässt sich eine eigentliche Entwicklung im Sinne einer stilistischen Progression nicht finden. Formal steht Weingartner voll und ganz auf dem Boden einer Tradition, aus der sich der ihm so sympathische Franz Schubert mehr noch als der späte Beethoven wegweisend erhebt.
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A Symphonist’s Quartets
We now encounter the violinist Carl Halir for the second time in this month’s listing of new cpo releases. He was not only the first violinist in the said piano trio with Georg Schumann but also the first violinist of his own string quartet, which was the dedicatee of Felix Weingartner’s first two string quartets and performed their premieres. Weingartner himself later wrote of the premiere of the Quartet No. 2 op. 26 that it »initially inspired comic rage. Even the Halirs were hesitant and played it with fainthearted respect, while a part of the public hissed. The piece has a gloomy character throughout and sometimes sounds very harsh; even today I do not yet understand the horror at it.« No, indeed, even in 2011, one cannot grasp the horror the quartet inspired among the composer’s contemporaries. Both this second quartet and the fourth string quartet composed in 1917 do not offend a single ear and – as has already been seen in the case of Weingartner’s symphonies – a development in the sense of a stylistic progression is not to be found. Formally Weingartner stands solidly on the ground of a tradition that gave rise to Franz Schubert, for him a highly sympathetic figure and a trailblazer guiding the way – more so than the late Beethoven.
Press comments
klassik-heute. com 11 / 11: "Dass diese wirkungsvollen
Kompositionen so lange in Vergessenheit schlummern
konnten, gehört zu den Merkwürdigkeiten der
Musikgeschichte. Denn sie verbinden auf dem Boden der
klassischen Tradition lebhafte Inspiration mit
handwerklicher Meisterschaft. Über dieWiedergabe durch
das 1994 von Mitgliedern des Musikkollegiums Winterthur
gegründeten Sarastro Quartetts kann man - wie schon bei
den beiden vorangegangenen Folgen der Reihe - nur in
Suplerlativen sprechen. Das ist Quartettspiel auf
höchstem Niveau. Technisch souverän, sicher im Ausdruck
und mit einem Höchstmaß an Einfühlung durchmessen die
Geiger Ralph Orendain und Roman Conrad, die Bratschistin
Hanna Werner-Helfenstein und der Cellist Stefan Bracher
die wechselnden Stimmungen dieser Musik und lassen die
Imaginationskraft des Komponsiten Weingartner im besten
Licht erscheinen."
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NoteCD (Compact Disc)
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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