Ahmed Adnan Saygun war wohl der bedeutendste türkische Musiker, der sich der Komposition westlicher Klassik verschrieb. Dies ist kein Widerspruch: Er strebte eine kompositorische Synthese türkischer und westeuropäischer Musikformen und -praktiken an und entsprach damit genau den Zielsetzungen der Reformen Atatürks. So erhielt Saygun 1928 ein Stipendium der türkischen Regierung, um in Paris bei Vincent d’Indy studieren zu können. Andererseits bereiste er in den 30er Jahren als Assistent Bartóks Anatolien und betrieb Volksmusikforschungen. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich denn auch seine hochexpressive Tonsprache: In den Traditionen der europäischen Formen verwurzelt, aber doch den besonderen Klang der Türkei durch den Gebrauch bestimmter Modi und metrischer Muster evozierend. Auf jeden Fall faszinierend und einzigartig. Wir starten in diesem Monat die Gesamtaufnahme seiner fünf Sinfonien mit den Nummern 1 op. 29 und 2 op. 30. Der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und ihrem neuen Chefdirigenten Ari Rasilainen ist dies hörbar ein großes Anliegen.
Press comments
Classicstoday. com: "Der türkische Komponist Saygun
spricht eine sehr kraftvolle, ethnisch inspirierte
Sprache, die viele Charakteristika mit der Bartoks
teilt. Sein melodischer Stil entsteht deutlich aus
der Volksmusik seiner Heimat. Hoffentlich ist diese
Platte der Beginn einer mehr systematischen Erkundung
eines wichtigen, begabten Komponisten des 20.Jahrhunderts
und der türkischen Schule in allgemeinen."
Frankfurter Allgemeine 17.8.2002: "Beide Symphonien
klingen sehr farbig, dissonant und hochdramatisch in
ihrem Kontrastreichtum."
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