Vierzig Jahre Edition of Contemporary Music
1972 berichtete der Spiegel erstmals über das Label eines 29-jährigen Münchner »Einzelgängers«, für das sich immer mehr
prominente US-Musiker interessierten, weil dort, so das
Nachrichtenmagazin, die »derzeit besten Jazz-Aufnahmen« erschienen.
Zweieinhalb Jahre lag die Gründung der Firma durch Manfred Eicher
damals zurück. Wegweisende Alben von Keith Jarrett, Jan Garbarek,
Chick Corea, Paul Bley, Egberto Gismonti, Pat Metheny und anderen
begründeten die Reputation von ECM.
Seit Ende der siebziger Jahre tauchten regelmäßig Namen wie Meredith Monk und Steve Reich im
Programm auf, und 1984 entstand mit der New Series eine eigene
Reihe, in der Komponisten wie Arvo Pärt, György Kurtág oder Heinz Holliger ihre Werke
veröffentlichen und Interpreten wie das Hilliard Ensemble, Kim
Kashkashian, Gidon Kremer und András Schiff exemplarische
Interpretationen vorlegen. Genre- und Kulturübergreifende Projekte
bilden einen weiteren Katalogschwerpunkt.
Produzent Manfred Eicher,
als Musiker einst im Jazz wie in der Klassik aktiv, interessiert
sich ebenso für Form und Klarheit in der improvisierten Musik wie er
das Unerwartete in der Klassik sucht. Vierzig Jahre nach Gründung
der Firma im Herbst 1969 liegen mehr als 1000 Produktionen aus einem
weiten Spektrum vor; ECM gilt als »wichtigstes Markenzeichen der
Welt für Jazz und zeitgenössische Musik«, wie der britische Independent
einmal bemerkte.