WINTER&WINTER - Die etwas andere Edition
Bereits der besondere Einband, gefertigt in einer Manufaktur, aus durchfärbtem Papier, mit aufwändigen Prägungen und kleinen Heftchen schmeichelt den Sinnen. Der Spiegel titelt "Kino für geschlossene Augen": Musik von Winter&Winter entsteht auf der Strasse, auf Gassen und Plätzen, in verlassenen Kirchen, in Scheunen und Hinterhöfen, machmal auch in Lofts, Varietés und auf Bühnen wohlklingender Konzerthäuser, selten im Studio. Für die Aufnahmen der ausgewählten Themen werden bestimmte "Drehorte" mit unverwechselbarer Atmosphäre gesucht. Manchmal wehen Glockenklänge vom Markusplatz durch Wagners Musik ("Wagner e Venezia"), oder das Schnauben alter Dampflocks verklingt, wenn der Orient-Express ("Orient-Express, The Musical Travelogue") Richtung Konstantinopel fährt, oder die wundersame akustische Qualität der Villa Medici in der italienischen Brianza ("Robert Schumann, Für meine Clara") bringt die schönsten Saiten von Originalinstrumenten zum Klingen. Der besondere Ort wirkt wie ein guter Regisseur, und ist so außerordentlich wichtig wie die Ausführenden selbst: Musikbesessene, begnadete Spieler, Tonkünstler, Musiker mit Leib und Seele: der Virtuose Teodoro Anzellotti, die Stimme Theo Bleckmann, das junge neue spanische Barockensemble Forma Antiqva, der Avantgardist Fred Frith, der Gambist Vittorio Ghielmi, der Komponist und Pianist Uri Caine, das Originalklangensemble La Gaia Scienza, der New Yorker Jazzmusiker Paul Motian, der Cellist und Klangspezialist für Filmmusik Ernst Reijseger, die berühmte Schauspielerin und Sängerin Barbara Sukowa, der japanische Tonkünstler Fumio Yasuda, um nur einige zu nennen. Mit jedem einzelnen Künstler entsteht Werk für Werk ein persönlicher Kanon, oft überschneiden sich diese einzelnen Kanons, manchmal stehen an den Schnittpunkten HörFilme wie "Metropolis Shanghai", wo die jüdische Gruppe Brave Old World auf Wiener Schrammel Musik im chinesischen Ghetto trifft. Es lohnt sich immer, den Atlas der Klänge von Winter&Winter aufzuschlagen.