Sicher ist Hans Fagius ein prima Organist. Und sicher ist der Klang dieser zwischen 1979 und 1984 entstandenen Analogaufnahmen aus Schweden hervorragend. Dennoch - vielleicht liegt es am bunt gemischten Programm - will bei mir der Funke nicht recht überspringen. In der Zwischenzeit gibt es Einzelaufnahmen der meisten hier vertretenen Komponisten, die noch ein bisschen mehr hergeben. Ich bin nicht Experte genug, um das näher zu begründen, aber mein durch jahrelange Hörerfahrung geschultes Bauchgefühl sagt, dass es noch besser geht. Dabei gibt es auf diesen zwei CDs ein paar Stücke, die man wirklich nur selten zu hören bekommt; jedenfalls waren mir P. Carlman Colb, Ferdinand Zellbell und William Walond völlig unbekannt, doch die hier eingespielten Stücke sprechen sehr für sie. - Die verwendeten Orgeln, es sind drei, sind nur zum Teil historisch. Die Hedlund-Orgel der Baptistengemeinde Sandviken wurde in den 1740er Jahren gebaut, aber im 19. Jahrhundert ein paar Mal umgebaut. Die Restaurierung (1979) hat das Instrument nicht wirklich in den Originalzustand zurück versetzt. Die Orgel der Kirche zu Mariefred wurde 1786 gebaut, aber 1887 und 1935 umgebaut. Die dritte hier zu hörende Orgel, die in der Kirche zu Norra Asarp steht, wurde erst 1977 gebaut, allerdings nach historischen Vorlagen. Sie klingt, wenn ich ehrlich bin, um einiges besser als die beiden umgebauten historischen Instrumente.
Das Beiheft enthält ausführliche Anmerkungen zur Musik und zu zwei der drei Orgeln von Hans Fagius selbst, und zwar auch in deutscher Übersetzung. Die Disposition der Orgeln ist angegeben, ebenso die verwendeten Registrierungen.
Insgesamt würde ich diese 2 CD-Box hauptsächlich denen empfehlen, die sich besonders für schwedische Orgelkunst interessieren. Wer nur ein allgemeines Interesse an Orgelmusik hat, findet neuere Aufnahmen, die klanglich und spieltechnisch überzeugender sind.