Detailinformationen

  • Künstler: Brigitte Christensen, Lydia Teuscher, Marie-Claude Chappuis, Donat Havar, Daniel Behle, Johannes Weisser, RIAS Kammerchor, Akademie für Alte Musik Berlin, Rene Jacobs
  • Label: HMF, DDD, 2008
  • Bestellnummer: 8566456
  • Erscheinungstermin: 13.3.2009

Disk 1 von 2

  1. 1 Brockes-Passion (Passionsoratorium) Twv 5:1 Start
  2. 2 Sinfonia (Abendmahl) (1. Teil) Start
  3. 3 Chor: Mich vom Stricke meiner Sünden Start
  4. 4 Rezitativ: Als Jesu nun zu Tische saße - Start
  5. 5 Arie: Der Gott, dem alle Himmelskreise Start
  6. 6 Rezitativ: Und bald hernach nahm er den Kelch - Arioso: Das ist mein Blut Start
  7. 7 Arie: Gott selbst, die Brunnquell' aller Guten Start
  8. 8 Choral: Ach, wie hungert mein Gemüte Start
  9. 9 Rezitativ: Drauf sagten sie dem Höchsten Dank - Accompagnato: Ihr werdet... (Wechselrede Jesus / Jünger - Gebetsszene) Start
  10. 10 Arie: Mein Vater - Accompagnato: Mich drückt der Sünden Zentnerlast - Arie: Ist's möglich, daß dein Zorn sich stille Start
  11. 11 Arioso: Sünder, schaut mit Furcht und Zagen - Rezitativ: Die Pein vermehrte sich Start
  12. 12 Arie: Brich, mein Herze, zerfließ in Tränen Start
  13. 13 Rezitativ: Ein Engel aber kam von den gestirnten Bühnen - Chor: Erwachet doch! - Rezitativ: Und eh' die Rede noch... Start
  14. 14 Rezitativ: Petrus zog sogleich sein Schwert hervor - Chor: O weh, sie binden ihn Start
  15. 15 Accompagnato: Wo flieht ihr hin? - Arie: Nehmt mich mit, verzagte Scharen Start
  16. 16 Rezitativ: Und Jesus ward zum Palast Kaiphas' (Verleugnung des Petrus und Reue des Petrus) Start
  17. 17 Arie: Was Bärentatzen, Löwenklauen Start
  18. 18 Rezitativ: Dies sahe Petrus an - Arioso: Ich will versinken und vergehn - Rezitativ: Drauf krähete der Hahn Start
  19. 19 Accompagnato: Welch ungeheuerer Schmerz - Arie: Heul, du Schaum der Menschenkinder - Rezitativ: Doch wie, will ich... Start
  20. 20 choral: Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer Start
  21. 21 Rezitativ: Als Jesus nun, wie hart man ihn... (Jesu Verhör vor dem Hohen Rat - Judas Verzweiflung - Reue und Tod) Start
  22. 22 Arie: Erwäg, ergrimmte Natterbrut Start
  23. 23 Rezitativ: Die Nacht war kaum vorbei - Rezitativ: Hat dies mein Heiland leiden müssen? - Arie: Meine Laster sind die... Start
  24. 24 Rezitativ: Oh, was hab' ich verfluchter Mensch getan! - Arie: Laßt diese Tat nicht ungerochen!... Start
  25. 25 Arie: Die ihr Gottes Gnad' versäumet Start

Disk 2 von 2

  1. 1 Rezitativ: Wie nun Pilatus Jesum fragt - Chor: Bestrafe diesen Übeltäter... (Verurteilung Jesu) (2. Teil) Start
  2. 2 Duett: Sprichst du denn auf dies Verklagten Start
  3. 3 Rezitativ: Pilatus wunderte sich sehr - Chor: Nein, diesen nicht, den Barrabas gib frei! - Rezitativ: Was fang' ich... Start
  4. 4 Rezitativ: Besinne dich, Pilatus - Arie: Dein Bärenherz ist felsenhart - Rezitativ: Drauf führten ihn... Start
  5. 5 Arioso: Ich seh' an einen Stein gebunden Start
  6. 6 Rezitativ: Drum, Seele, schau mit ängstlichem Vergnügen - Arie: Dem Himmel gleicht sein blutgefärbter Rücken... Start
  7. 7 Rezitativ: Verwegner Dorn, barbarsche Spitzen! ... Start
  8. 8 Arie: Jesu! Jesu, dich mit unsern Seelen Start
  9. 9 Rezitativ: Drauf beugten sie aus Spott vor ihm die Knie - Chor: Ein jeder sei ihm untertänig! - Arie: Ja, scheuten... Start
  10. 10 Arie: Schäumest du, du Schaum der Welt - Rezitativ: Worauf sie mit dem Rohr... Start
  11. 11 Arie: Heil der Welt, dein schmerzlich Verspottung Start
  12. 12 Rezitativ: Wie man ihn nun genug Verspottung (Kreuzigungsszene) Start
  13. 13 Arie und Chor: Eilt, ihr angefochtnen Seelen Start
  14. 14 Rezitativ: Ach Gott, ach Gott! Mein Sohn - Duett: Soll mein Kind, mein Leben sterben Start
  15. 15 Rezitativ: Und er trug selbst sein Kreuz - Arie: Es scheint, da den zerklebten Rücken - Rezitativ: Wie sie nun... Start
  16. 16 Arie: Hier erstarrt mein Herz und Blut Start
  17. 17 Choral: O Menschenkind, nun deine Sünd Start
  18. 18 Rezitativ: Sobald er nun gekreuzigt war - Chor: Pfui, seht mir doch den neuen König an! (Jesu Tod) Start
  19. 19 Arie: Was Wunder, daß der Sonnen Pracht Start
  20. 20 Rezitativ: Und um die neunte Stund' - Accompagnato: Eli! Lama Asaphtani! - Accompagnato: Das ist, in unserer Sprach'... Start
  21. 21 Arie: Mein Heiland, Herr und Fürst! Start
  22. 22 Rezitativ: Drauf lief ein Kriegknecht hin - Accompagnato: Es ist vollbracht Start
  23. 23 Terzett: O Donnerwort! O schrecklich Schreien! Start
  24. 24 Arie: O sel'ges Wort, o heilsam Schreien! - Rezitativ: O selig, wer dies glaubt Start
  25. 25 Duett: Sind meiner Seelen tiefe Wunden - Rezitativ: O Großmut! o erbarmendes Gemüt! Start
  26. 26 Accompagnato: Ja, ja, es brüllet schon (nach Jesu Tod) Start
  27. 27 Arioso: Bei Jesu Tod und Leiden Start
  28. 28 Chor: Mein' Sünd' mich werden kränken sehr Start
  29. 29 Arie: Wisch ab der Tränen bittre Ströme Start
  30. 30 Chor: Ich bin ein Glied an deinem Leib Start

Produktinfo

Großbürger und Dichter – Barthold Heinrich Brockes
Zu den Hauptfiguren der deutschen Dichtung des Spätbarocks gehört der aus einer Hamburger Patrizierfamilie stammende Barthold Heinrich Brockes (1680-1747). Die Passionsdichtung Der für die Sünde der Welt leidende und sterbende Jesus begründete 1712 den literarischen Ruhm des durch seinen Reichtum stets unabhängigen Brockes. Mit dem hochemotionalen Text traf er ebenso den Geschmack seiner Zeitgenossen wie mit seinem Hauptwerk, der immensen neunbändigen Gedichtsammlung Irdisches Vergnügen in Gott. Bald nach seinem Tod erhob sich Kritik an seiner ausufernden dichterischen Sprache, und so ist sein Riesenwerk bei der Nachwelt schnell in Vergessenheit geraten.

Brockes Lebensweg verlief in den Spuren, die für Bürgersöhne aus begüterten Häusern vorgesehen waren und denen auch noch zwei Generationen später Johann Wolfgang Goethe folgte: Nach der höheren Schulausbildung am Akademischen Gymnasium seiner Vaterstadt Hamburg ging Brockes zunächst zur Vervollständigung seiner Lateinkenntnisse nach Dresden. Dort freundete er sich mit einem jungen Adligen an, mit dem er einen Abstecher nach Prag unternahm, ehe er in die Heimat zurückkehrte, um sich dort in den adligen Künsten des Fechtens, Reitens und in der französischen Sprache zu vervollkommnen.

So mit den Fertigkeiten eines jungen Edelmannes ausgestattet, begab er sich zum Jurastudium an die Universität Halle, um von 1700 bis 1702 Vorlesungen bei dem Rechtsgelehrten Christian Thomasius zu hören, der mit einer der neuen Geisteshaltung der Aufklärung verpflichteten Rechtsauffassung von sich reden machte. In Halle begegnete er auch dem fünf Jahre jüngeren Georg Friedrich Händel, der zweifellos an den musikalischen Unterhaltungen teilnahm, die Brockes in seiner Wohnung veranstaltete. An die juristische Ausbildung schloss sich ein halbjähriges Praktikum am Reichskammergericht in Wetzlar an; eine Auslandsreise nach Sitte der Kavalierstour junger Adliger führte ihn dann nach Genf, und über Italien und Frankreich an die Universität Leiden, wo er 1704 zum Lizensiaten der Rechte promoviert wurde.

Nach Hamburg zurückgekehrt und durch den Tod beider Eltern inzwischen finanziell völlig unabhängig geworden, hätte er zukünftig von seinem Vermögen leben und sich einzig seiner wachsenden Familie und seinen literarischen Interessen widmen können – er hatte 1714 die ebenfalls wohlhabende Anna Ilsabe Lehmann geheiratet, der er bis zu ihrem Tod 1741 in glücklicher, mit zwölf Kindern gesegneter Ehe verbunden blieb. 1720 gab er schließlich dem Drängen seiner Mitbürger nach und ließ sich in den Senat wählen; sein diplomatisches Geschick brachte Hamburg auf verschiedenen Missionen beträchtlichen Nutzen. Von 1735 bis 1740 residierte Brockes als Amtmann der Hamburger Besitzungen an der Lebmündung auf Schloss Ritzbüttel (heute ein Ortsteil von Cuxhaven). Nach dem Tod seiner Frau kehrte er nach Hamburg zurück. Dort blieb er unermüdlich literarisch und in verschiedenen offiziellen Funktionen seiner Vaterstadt tätig, bis er 1747 nach nur dreiwöchiger Krankheit starb.

Nicht weniger als 13 nachweisbare Vertonungen der Passionsdichtung Der für die Sünde der Welt leidende und sterbende Jesus – neben dieser von Telemann unter anderem auch von Händel, Fasch und den Hamburgern Keiser und Mattheson – belegen ihre immense Popularität; sie hat auch im Textbuch zu Bachs Johannes-Passion Spuren hinterlassen. In einer für heutige Zeitgenossen kaum noch nachvollziehbar poetischen Sprache sollte das Werk in den Zuhörern eine tiefe Erschütterung auslösen, die sie in ihrem religiösen Empfinden die Leiden des für ihr Heil gestorbenen Jesus gewissermaßen am eigenen Leib erleben lassen sollte. Die Passionsberichte des Neuen Testaments werden zu diesem Zweck von Dichter und Komponist mit musikalischen Mitteln der Affektschilderung, wie sie sonst nur in der Barockoper zu finden sind, dramatisch aufgeladen. „Das Blut fließt in Strömen!“, beschrieb René Jacobs in einem Interview diesen Vorgang der Umsetzung der Passionsgeschichte in einen szenischen Ablauf.

Pressestimmen

FonoForum 06 / 09: "Und genau diesen theatralischen Ansatz verfolgt René Jacobs mit seiner Einspielung. Gleich mit den ersten Akkorden, mit dem sehrenden Auskosten der Harmonie, gehüllt in spröden Streicherklang, zieht er den Hörer direkt hinein in das Drama der Leidensgeschichte Jesu. Bildhaft sprechend wird hier musiziert, rhetorisch eindringlich wie zum Beispiel die Solooboe in der eröffnenden Sinfonia. Jacobs hält seine Musiker zu derart stimmmugsvollem Spiel an, die beim Hörer wahre Bilderfluten assoziieren. Das tadellose Solistenensemble folgt Jacobs dabei ohne Wenn und Aber."

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