Friedrich Gulda & Joe Zawinul - Music for two Pianos (180g)
LP
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Detailed Information
(Live-Mitschnitt aus der Kölner Philharmonie, Mai 1988)
Brahms: Haydn-Variationen op. 56a für 2 Klaviere
+Gulda: Variations for 2 Pianos and Band
+Zawinul: Volcano for Hire
Artist: Friedrich Gulda, Joe Zawinul, WDR Big Band Köln
Der dramaturgische Ablauf des heutigen Programms führt tief in die österreichische Tradition hinein, weit zurück bis zu einem populären alten Wallfahrtslied, aufgezeichnet von Joseph Haydn, variiert von Johannes
Brahms. Warum dies aber im Duett mit Josef Zawinul, dem Star der internationalen Rockjazz Szene? Weil dieser, ebenso wie ich, tief in der urösterreichischen Tradition verwurzelt ist, ein Wiener Erzmusikant, wie er im Büchl steht, der auf seine Weise etwas meiner Sache ganz Ähnliches
tat und tut: nämlich sich der internationalen Musik zu öffnen aber nicht, um sich ihr auszuliefern, sondern um sie zu beherrschen und doch dabei niemals zu vergessen, was er seinen eigenen musikalischen Wurzeln (roots) schuldet. Deshalb ist er für mich bei Haydn und Brahms der einzig
richtige Partner. Folgerichtig schließt denn das Programm auch mit einem weiteren Variationenwerk, nämlich „Variations for Two Pianos and Band“, komponiert 1966, uraufgeführt in Berlin im gleichen Jahr, ebenfalls mit Josef Zawinul als Partner. Ein Walzerthema leicht wienerischer Prägung
wird in größtenteils jazzmäßig improvisierten Variationen („Chorussen“) in verschiedenen Tempi und Taktarten abgewandelt. Geistige Brücken zu Meister Brahms und noch weiter zurück zu schlagen, sollte dem geübten Hörer nicht schwer fallen. Doch ist solch ein Gedankenspiel zum Genuss des Stückes keineswegs notwendig. Jeder mag das halten, wie er will: Viel Vergnügen!
Friedrich Gulda
Variations For Two Pianos And Band ist ein Gelegenheitswerk von mir. Die Gelegenheit war allerdings eine besondere, traf ich doch nach langer, allzu langer Pause wieder mit meinem alten Freund, Kollegen, Verehrer, scharfen
Kritiker, Mitstreiter und Spezi aus alten Art-Clubtagen zusammen. Joe (Pepi) war mittlerweile in die erste Reihe der internationalen Jazzpianisten aufgerückt. Die Variationen geben beiden Solisten reichlich Gelegenheit, in einem wie nach Maß gearbeiteten Rahmen das in alten Tagen oft geübte
Spiel auf zwei Klavieren zu erneuern und dabei alle jazzpianistischen Register zu ziehen. Das Thema – wie könnte es bei zwei Wienern anders sein – ist natürlich ein Walzer. Joe beginnt mit einer freien Gestaltung des Themas, ich in rhythmisierter Gestalt und danach nehmen die Variationen
in der Tempofolge mittelschnell (3 / 4), schnell (4 / 4), langsam (4 / 4), schnell (3 / 4) plus Coda (»tag«) und Schlusserinnerung des Themas ihren Lauf.
Friedrich Gulda (aus Friedrich Gulda – Wanderer zwischen Welten, Seite 116)
Press comments
M. Stenger in FonoForum 12 / 06: "Was man da
hören kann, weckt in Sachen Gulda schöne Erinnerungen.
Mit Zawinul, der sich ja immer wieder jungen Mitstreitern
zuwendet und nach wie vor rege konzertiert, liefert er
die Haydn- Variationen von Johannes Brahms. Nicht
unbedingt in der authentischen Aufführungspraxis, aber
sehr beherzt und inspiriert. Die Herren Wiener
improvisieren sich nach launiger Anmoderation Guldas in
den Brahms hinein, gönnen sich Freiheiten, lassen die
Haydn-Variationen auch flott swingen. Das macht Spaß,
zweifellos."
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Die gute alte Vinyl - Langspielplatte.
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