Detailinformationen

Tonformat: stereo & multichannel (Hybrid)
  • Künstler: Freddy Kempf, Klavier
  • Label: BIS, DDD, 2003
  • Bestellnummer: 5027001
  • Erscheinungstermin: 1.1.1996

Produktinfo

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Auch ein riesiges Talent (oder gerade ein solches!) braucht Zeit, bedarf der Selbstsondierung und der Entwicklung, um seine angeborenen und früh erworbenen Fähigkeiten in richtige, fruchtbare, sinngebende Bahnen zu lenken. Ich durfte Freddy Kempf vor einigen Jahren beim Zürcher Géza Anda-Wettbewerb erleben, als er sich - behängt mit Vorschlusslorbeeren aus der Richtung englischer, bekanntermaßen etwas chauvinistischer Musikkreise! - nur knapp zufriedenstellend mit seiner Begabung herumschlug und folgerichtig schon bald wieder abreisen musste.
Erste BIS-Einspielungen (darunter eine Chopin-Auswahl / BIS CD 1160) hinterließen günstigere, aber keineswegs überwältigende Eindrücke. Nun jedoch scheint sich der immer noch junge Kempf gewissermaßen gefunden zu haben und seine beneidenswerten manuellen Fähigkeiten einfühlsam umsetzen zu können. Das bedeutet für den heranwachsenden, aber auch für den erfahrenen, bestens bis problematisierend mit Harasiewicz, Pollini, Cziffra, Ashkenazy, Ohlsson, Arrau oder Vásáry „bestückten" Chopin-Sammler, dass er mit dieser Kempf-Edition eine frische, im Detail aufmerksame, gelegentlich auch ansatzweise extravagante Version zu Gehör bekommt, die es in den wirbelnden, dramatischen Episoden nicht an Furor und kämpferischer Dramatik fehlen lässt. Eher noch sind es die betont melodischen Entfaltungen (etwa op. 25, 1), die Kempf als einen Spieler zeigen, der zwar zu geben weiß, sich aber (noch?) nicht hingeben möchte. Die obersten Noten der genannten As-Dur-Etüde darf man ja ruhig mit etwas Verzögerung anpeilen, um dem Einzelton ein warmes Eigenleben in Verbindung mit der vorhergehenden bzw. mit der kommenden Melodiespitze zu verleihen - und somit auch einen Bogen zu spannen über die raffiniert verschachtelten kleinen Harmonie-Geschehnissen im unteren Wirkungsbereich beider Hände.

Mit Pollinis einstigen Klarstellungen der beiden Etüden-Sammlungen (DG), mit Harasiewicz' sonnigen, atmend-sonoren Philips-Leistungen ganz im Sinne Rubinsteins möchte ich Kempfs Aufnahme nicht auf eine Ebene stellen, aber im oberen Drittel aller mir bekannten Gesamtaufnahmen sollte man diese im August 2003 in Stockholm entstandene Dokumentation plazieren. Für die jüngere CD- und SACD-Kundschaft ist sie allemal eine gute Gelegenheit, sich eingehend mit den Chopin-Etüden zu befassen, um dann eventuell vergleichend auf ältere Aufnahmen zurückzugreifen.
Peter Cossé (07.07.2004)

Künstlerische Qualität: 8
Klangualität: 9
Gesamteindruck: 8

Pressestimmen

klassik-heute. com: "Der Chopin-Sammler bekommt mit dieser Kempf-Edition eine frische, im Detail aufmerksame, gelegentlich auch ansatzweise extravagante Version zu hören, die es in den wirbelnden, dramatischen Episoden nicht an Furor und kämpferischer Dramatik fehlen lässt."

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