Die wahren Wurzeln
Obwohl der junge Béla Bartók ein glühender ungarischer Patriot war, teilte er lange die Vorurteile des gebildeten Bürgertums über die ungarische Musik: Auch er hielt die Musik sogenannter „Zigeunerkapellen“, die in der Großstadt ihr Publikum unterhielten und die Vorbilder für Franz Liszts Ungarische Rhapsodien und die Ungarischen Tänze von Johannes Brahms geliefert hatten, für die eigentliche ungarische Volksmusik.
1904 hörte er jedoch, wie eine Magd einem Kind ein Volkslied vor sang, und das war für ihn der Eintritt zu dem, was er meist, aus Mangel an einer besseren Bezeichnung, 'Bauernmusik' nannte. „Jetzt habe ich einen neuen Plan“, schrieb er seiner Schwester, „die besten ungarischen Volkslieder zu sammeln und sie auf die Ebene von Kunstmusik zu heben, indem ich die bestmöglichen Klavierbegleitungen hinzufüge.“
Im folgenden Jahr traf er Zoltán Kodály, der schon ein erfahrener Musikethnologe war. 1906 begannen sie mit Hilfe von Phonographen und Wachszylindern Volkslieder zu sammeln. Bartók setzte diese Arbeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges fort und kam dabei bis nach Nordafrika. Im Laufe dieser Feldarbeit sammelte er fast 10.000 Melodien und schuf so, gemeinsam mit Kodály, die Grundlage aller späteren Forschungen auf diesem Gebiet.
Von seinem Bekehrungseifer für Volksmusik angestachelt, schrieb Bartók eine Menge an pädagogischen Kompositionen. Die Jahre nach 1930 waren in dieser Hinsicht besonders fruchtbar und gipfelten im Mikrokosmos, 153 in der Schwierigkeit fortschreitenden Klavierstücken. Im Dezember 1930 fragte Erich Doflein, ein deutscher Violinpädagoge, ob er einige der Stücke aus Bartóks Klavier-Sammlung Für Kinder für zwei Violinen bearbeiten und sie in seinem Geigen-Schulwerk veröffentlichen dürfte. Bartók entschied sich, neue Werke zu schreiben, und so erschienen einige der Kompositionen, aus denen später die 44 Duos werden sollten, zunächst bei Doflein; sie wurden 1933 schließlich als abgeschlossenes Werk veröffentlicht. Ursprünglich waren die Duos ungarische, slowakische, walachische, ruthenische, rumänische, serbische, arabische, transsilvanische und ukrainische Gesänge und Tänze; aber sie stellten sich als so erfolgreich heraus, dass Bartók 1936 schließlich eine Handvoll von ihnen als Petite Suite für Klavier bearbeitete. John Henken
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N. Hornig in FonoForum 05 / 10: "Die Geschwister Angela und
Jennifer Chun zeigen hier in perfektem, nahtlos
ineinander verwobenem Zusammenspiel, wie schön diese Duos
klingen können, wenn sie meisterlich gespielt werden.
Inspirierend nicht nur für Schüler und Lehrer."
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