Die Bax-Renaissance
Arnold Bax - ein Name, der heute längst nicht mehr so unbekannt ist, wie es vielleicht noch vor zwanzig Jahren der Fall war. Seine Musik, (einst völlig unerschlossenes Gebiet), liegt nun in zahlreichen, hervorragenden Einspielungen vor.
Das Label Chandos war es, das in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, den Startschuß für eine wahre Bax-Renaissance abfeuerte. Bald folgte ihm Naxos und produzierte eine ausführliche Serie des Komponisten, von Kammermusik bis hin zu Orchesterwerken.
Unter den vielen Veröffentlichungen, galt es einen Komponisten zu entdecken, der eine magische Klangwelt schuf; voller Reminiszenzen an Sibelius(vor allem), Richard Strauss und Debussy!
Mit letzterem teilt er das Nachzeichnen der Natur in Noten, fein verästelt; mit Schattierungen allerdings, die mehr das abgrundtief dunkle ausloten ...
So auch in seiner dritten Symphonie, die 1930 uraufgeführt wurde! Eine Musik ist hier enthalten, die völlig gefangennimmt. Vom geheimnisvollen Fagott-Solo des Anfangs, bis zu dem mystischen, verklärten Schluß des Epilogs ... man kann sich nur wundern, welches Zauberreich einem hier entgegentritt! Auch die Orchestration verdient höchstes Lob; Glockenspiel, Celesta, Harfe, gar ein Amboß - es steckt unendlich viel Fantasie in dieser Partitur. Und am Schluß klingt wahrhaft mehr als nur ein bißchen Sibelius durch.
David Lloyd-Jones dirigiert das ganze wie aus einem Guß; flüssig, klar. Der transparente Klang der Aufnahme ist ebenfalls nur als phänomenal zu bezeichnen. Den Tontechnikern ist da ein Meisterstück gelungen! Und mit "The Happy Forest" (eine scherzo-hafte Tondichtung aus dem Jahr 1914) gibt es auch eine fantastische Zugabe.