Thomas Bernhard: "Über allen Wipfeln ist Ruh": Der berühmte Dichter Moritz Meister hat sein Opus magnum, seine Tetralogie, abgeschlossen. Mit seiner Frau und seinen Gästen erwartet er nun den Verleger, den bedeutendsten, den besten, den wir haben, der nur die Besten verlegt. Eine Komödie.
Tankred Dorst: "Kupsch": Der beliebte und erfolgreiche Kupsche neigt keineswegs zur Phantasterei und hat sein Leben ganz nach praktischen Gesichtspunkten geordnet. Nun auf einmal glaubt er, dass in ihm noch ein anderer sei.
Martin Heckmanns: "Schieß doch, Kaufhaus!" "Jetzt / Wo alle immer alles hören können / Wo jeder mit jedem reden kann / Könnte da nicht endlich entschieden werden: / Schluss." Ätz, Fetz, Klar, Kling und Knax, deren Namen gleichzeitig Zustandsbeschreibungen sind, zappen sich durch ihr Leben, auf der Suche nach Verbindlichkeit, nach einem echten Leben.
Henning Mankel: "Antilopen": Vierzehn Jahre hat der schwedische Entwicklungshelfer Lars mit seiner Frau in der afrikanischen Wildnis gearbeitet, ohne Erfolg. Von ihrer Motivation ist nichts mehr übrig, zynisch sind beide geworden. Am Vorabend ihrer Abreise eskaliert die Situation.
Einar Schleef: "Gertrud": "Meine Kindheit fiel ins Kaiserreich, der Sportplatz in die Weimaraner, die Eher auf Hitler unds Alter in die DDR. Wohin mein Kopp. Viermal Deutsches Reich, das 5. ist 2 Meter lang. Das 1000jährige Gottes erleb ich nimmer." Einar Schleef hat aus dem Prosatext "Gertrud", in dessen Zentrum seine Mutter steht, dieses Stück erarbeitet.
Biografie (Thomas Bernhard)
Born in 1931, the illegitimate child of an abandoned mother, Thomas Bernhard was brought up by an eccentric grandmother and an adored grandfather. Tormented as a young student in rightwing, Catholic Austria, Bernhard ran away from home aged fifteen. At eighteen, he contracted pneumonia. Placed in a hospital ward for the old and terminally ill, he observed with unflinching acuity protracted suffering and death. From the age of 21, everything he wrote was shaped by the urgency of a dying man's testament - his witness, the quintessence of his life and knowledge - and where this account of his life ends, his art begins.
Biografie (Tankred Dorst)
Am 19. Dezember 1925 wurde Tankred Dorst in Oberlind bei Sonneberg als Sohn einer wohlhabenden Bürgerfamilie geboren, die am Ort eine Maschinenfabrik besaß. Aus der Oberschule wurde er noch als Schüler 1943 zum Reichsarbeitsdienst und 1944 zur Wehrmacht einberufen. Nach kurzer Ausbildungszeit ging er als Soldat an die Westfront und geriet dort in Kriegsgefangenschaft. Das Ende des 2. Weltkriegs erlebte er in Gefangenenlagern in England und den USA. Als er Ende 1947 aus der Gefangenschaft nach Westdeutschland entlassen wurde, gehörten Oberlind und Sonneberg schon seit zwei Jahren zur sowjetischen Besatzungszone. Die Maschinenfabrik war enteignet und die Familie vor weitergehenden Repressalien zu Verwandten nach Westdeutschland geflohen.§Tankred Dorst holte in Lüdinghausen/Westfalen das Abitur nach und begann 1950 in Bamberg mit dem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte. 1951 zog er nach München, wo er bis 1959 außerdem noch Theaterwissenschaften studierte. Praktische Erfahrungen im Stückeschreiben und der Theaterarbeit sammelte er am studentischen Marionettenstudio "Das kleine Spiel", für das er bis 1959 sechs Marionettenstücke schrieb.§Die ersten großen Theaterstücke kamen 1960 in Lübeck und Mannheim mit Erfolg auf die Bühne. Diesen Erfolg setzte er bis heute in einer Vielzahl von Bühnenwerken und einigen Verfilmungen vor internationalem Publikum fort. Schon 1963 wurde er als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste aufgenommen. Während der Arbeit am Fernsehfilm "Sand" lernte er Ursula Ehler kennen, die ihn seit Anfang der 70er Jahre durch sein Leben und Werk als Lebensgefährtin und Co-Autorin begleitet.§Auch im Ausland fand er zunehmend Beachtung. So erhielt er zum Beispiel 1973 Gastprofessuren in Australien und Neuseeland. 1978 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen und 1983 in die Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz aufgenommen. 1990 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. 2010 wurde ihm der Schiller-Gedächtnispreis verliehen.
Biografie (Martin Heckmanns)
Martin Heckmanns, geb. 1971 in Mönchengladbach, studierte Komparatistik, Geschichte und Philosophie und lebt als Autor in Berlin. 2012 wurde ihm der alle drei Jahre verliehene Margarete-Schrader-Literaturpreis der Universität Paderborn zugesprochen.
Biografie (Henning Mankell (1948-2015))
Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm, das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman "Das Gefangenenlager, das verschwand". In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Henning Mankell erlag im Oktober 2015 seinem Krebsleiden.
Biografie (Einar Schleef)
Einar Schleef wurde am 17. Januar 1944 in Sangershausen geboren und starb am 21. Juli 2001 in Berlin. Er ist heute hauptsächlich als Dramatiker und Regisseur bekannt, arbeitete aber auch als Bühnenbildner, Maler und Schauspieler. Er wurde mit seinen Stücken mehrfach zum Theatertreffen eingeladen und erhielt neben zahlreichen anderen Preisen auch den Mülheimer Dramatikerpreis 1995.
Biografie (Hansjörg Betschart)
Hansjörg Betschart wurde 1955 in Basel geboren. Während des Studiums an der Schauspielakademie Zürich gründete und leitete er das Basler Jugendtheater. Danach arbeitete er als Theaterregisseur in Schweden und an namhaften Theatern im deutschsprachigen Raum. Betschart wohnt und schreibt in Basel und Fougerolles. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Luchs 87 von der Wochenzeitung 'Die Zeit'.