• Michael Hirte
  • Der Mann mit der Mundharmonika - Mein Leben
  • Buch
  • Mein Leben

Detailinformationen

  • Heyne Taschenbuch , 02/2009
  • Einband: Kartoniert / Broschiert
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783453640450
  • Bestell-Nr.: 2079308
  • Umfang: 208 Seiten
  • Sonstiges: 16 meist farb. Fototaf.
  • Gewicht: 238 g
  • Maße: 187 x 126 mm
  • Stärke: 20 mm
  • Erscheinungstermin: 15.2.2009

Filmausschnitte/Videotrailer

Kurzbeschreibung

Mit seiner Mundharmonika gewann der ehemalige Hartz-IV-Empfänger das Finale von »Das Supertalent« und die Herzen von Millionen Fernsehzuschauern. Jetzt gewährt der 44-Jährige erstmals Einblick in sein schicksalsschweres Leben, das mit dem Finalsieg einen so bewegenden Höhepunkt gefunden hat.

Klappentext

Von der Fußgängerzone auf die große Bühne: Das Schicksal von Michael Hirte rührt die Menschen zu Tränen. Mit seiner Mundharmonika gewann der ehemalige Hartz-IV-Empfänger das Finale von "Das Supertalent" und die Herzen von Millionen Fernsehzuschauern. Jetzt gewährt der 44-Jährige erstmals Einblick in sein schicksalsschweres Leben, das mit dem Finalsieg einen so bewegenden Höhepunkt gefunden hat.

Auszüge aus dem Buch

1. Kindheit Geboren bin ich in Spremberg, einem kleinen Städtchen in Brandenburg, als zweites Kind von meinen Eltern Hannelore und Karl Hilgendorf, zwei Jahre nach meinem älteren Bruder Renaldo. Meine Eltern arbeiteten in der DDR als Gaststättenleiter. Und damit haben sie mich wohl auch ein wenig auf meinen jetzigen Beruf als Musiker vorbereitet, denn auch Gaststättenleiter kamen damals ganz schön herum. Wir haben schon nach zwei Jahren die Gaststätte und damit den Wohnort das erste Mal gewechselt. Bis dahin hatten wir in Lübbenau gelebt, nicht weit weg von meinem Geburtsort. Dann zogen wir für zwei Jahre wenige Kilometer südwestlich nach Kittlitz. Und danach für vier Jahre richtig weit weg, nach Gera, in den Stadtteil Lusan, wo ich das erste Mal zur Schule ging und wo auch meine kleine Schwester Kerstin zur Welt kam. Weil meine Eltern zu zweit eine Kantine im Tagebau betreuten, war ich die Woche über in einer Krippe und kam nur zum Wochenende heim. In Gera hab ich auch das erste Mal gekocht. Ich war sechs Jahre alt, meine Mutter hatte an dem Tag keine Zeit, um was für uns zuzubereiten, und dann habe ich für Kerstin und mich Senfeier gekocht. Also Eier mit Senfsauce und Kartoffeln, richtig klassisch. Das hat echt gut geschmeckt. Ich könnte das notfalls sogar heute noch kochen. Allerdings ist seit den Senfeiern kein zweites Rezept dazugekommen. Außer vielleicht Grillwürstchen. Gestört hat mich diese frühe Selbstständigkeit nicht. Ich fand auch das Herumziehen gar nicht so lästig. Wenn ich das anderen erzähle, wundern die sich manchmal und sagen: "Das muss doch schlimm gewesen sein, ständig die alten Freunde verlieren und von vorne anfangen." Aber ich fand's nicht schlimm. Ich hab das schon damals positiv gesehen. Denn immer wieder neu anzufangen bedeutet schließlich auch, immer wieder neue Leute kennenzulernen. Mein Bruder Renaldo hat das nicht ganz so gesehen. Vielleicht auch, weil er etwas älter war als ich und deshalb schon engere Freundschaften geschlossen hatte. Als ich acht Jahre alt war und unsere Eltern nach Thüringen ziehen wollten, blieb er darum bei Oma Charlotte und Opa August in Lübbenau. Und ich zog mit Kerstin und meinen Eltern nach Hermsdorf. Das war eine wirklich prima Zeit dort. Meine Eltern bewirtschafteten dort die HO-Gaststätte "Holzlandperle". Ich glaube sogar, sie waren die ersten Wirtsleute dort überhaupt, das Lokal wurde im Frühling 1972 eröffnet, das kommt so ziemlich hin. Die "Holzlandperle" gibt es heute noch, die können Sie noch immer besuchen. Ich weiß nicht, ob sie noch bewirtschaftet wird, aber 2007 war eine Pizzeria drin. Innen ist sie in der Zwischenzeit auch mal komplett saniert worden, das heißt, sie sieht jetzt auf jeden Fall ganz anders aus als damals, innen wenigstens. Ist ja auch klar, das war eine typische 70er-Jahre-Gaststätte mit Kunstledersesseln. Ich erinnere mich noch an die ganz eigenartige Holzdekoration, aber die musste ja vermutlich sein, vom Saale-Holzland-Kreis hatte die Gaststätte schließlich ihren Namen. Wenn Not am Mann war, hab ich manchmal ausgeholfen. Ich hab mir dann mit Spülen mein Taschengeld aufgebessert. Und dort habe ich auch die ersten richtigen Stars erlebt, denn die "Holzlandperle" gehörte zu einem Veranstaltungszentrum. Die Schlagergrößen Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler kamen nach ihren Auftritten dann schon mal in die Gaststätte an die Bar, oder auch Chris Doerk, die war ein echter Hingucker. Direkt an der "Holzlandperle" lag ein großer Freilandplatz, da wurden dann im Sommer für alle Bratwürste gegrillt. Und im Winter, wenn's dick geschneit hat, hab ich mit meinem Kumpel Thorsten und noch einem anderen Freund auf dem Parkplatz Schneelöwen gebaut. Sah gut aus, wir haben die richtig modelliert, Kopf, Schwanz, alles dran -wer weiß, vielleicht hätte ich's an der Ostsee auch zum Sandkünstler bringen können. Da gibt's ja heute viele, die an den Promenaden so Drachen bauen und Skulpturen. Aber damals gehörte

Biografie

Mundharmonika-Spieler Michael Hirte ist der Gewinner in der RTL-Show "Das Supertalent".

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