• Martin Geck
  • Robert Schumann
  • Mensch und Musiker der Romantik

Detailed Information

  • Siedler Verlag , 03/2010
  • Binding: Gebunden
  • Language: Deutsch
  • ISBN-13: 9783886808977
  • Volume: 320 Pages
  • Miscellaneous: mit Abbildungen
  • Weight: 531 g
  • Format: 215 x 135 mm

Review

"Martin Geck ist der kundige, eher nüchterne Biograph, geradezu auf sicher akademischer Seite." (Süddeutsche Zeitung)

Blurb

Musik und Leidenschaft - Zum 200. Geburtstag des großen Komponisten

Er war ein leidenschaftlicher Tonpoet und kühner musikalischer Vordenker, der in seinem Schaffen Sinnlichkeit und Intellektualität, Realismus und Traumverlorenheit genial zu vereinen wusste: Robert Schumann (1810-1856), vor zweihundert Jahren geboren und bis heute in allen Konzertprogrammen der Welt präsent.

Schumann war nicht nur ein bedeutender Komponist und Musikschriftsteller, sondern auch ein politisch wacher Zeitgenosse, der mit der Revolution von 1848/49 sympathisierte. Einerseits stand er - als Vater von acht Kindern - ganz im Leben, andererseits betäubte er sich mit Rauschmitteln, schwor auf spiritistische Sitzungen und ließ durch seine Stücke geheimnisvolle Stimmen geistern.

Martin Geck wirft in seiner Biografie ein neues Licht auf das vielseitige Werk des Komponisten - und blickt zugleich in die Abgründe des Menschen Robert Schumann, der zeitlebens unter der größeren Berühmtheit seiner geliebten Frau Clara litt und nach versuchtem Selbstmord schließlich in einer Nervenheilanstalt in den Tod hinüberdämmerte.

Excerpt from the book

"Vorzüglich stark ausgebildet die Organe der Vorsicht, - Aengstlichkeit, die sogar meinem Glück im Wege stünde, - der Musik, - der Dichterkraft - edlen Strebens - großen künstlerischen aber edlen Ehrgeizes - großer Wahrheitsliebe - großer Redlichkeit - großen Wohlwollens - 'Gemüth durch und durch' - Formensinn - Bescheidenheit - Festigkeit - (Phrenologische Studien v. Noël an m(einem) Kopf - Maxen, d. l. Juni
Aus Robert Schumanns Tagebuch
Diese Tagebucheintragung Schumanns stammt vom 1. Juni 1846. Robert Schumann und seine Frau Clara sind auf dem Schloss und Rittergut Maxen bei Dresden zu Besuch, das dem ebenso wohlhabenden wie kunstsinnigen Major a. D. Friedrich Serre gehört. Man ist zu Tisch eingeladen; Schumann spielt hernach Whist und lernt 'Capitän Noël' kennen, der am Abend an ihm eine 'merkwürdige phrenologische Untersuchung' vornimmt, wie es auch im "Haushaltbuch" unter dem gleichen Datum heißt.
Die Rede ist von dem englischen Phrenologen Robert R. Noël, der gerade in Dresden weilt, um sich mit dem Arzt, Maler und Naturforscher Carl Gustav Carus über das gemeinsame 'Forschungs'-Gebiet auszutauschen und die zweite Auflage seiner Phrenologie oder Anleitung zum Studium dieser Wissenschaft, mit Berücksichtigung der neueren Forschungen auf dem Gebiet der Physiologie und Psychologie vorzubereiten; diese wird kurz darauf in der Arnoldischen Buchhandlung in Dresden und Leipzig erscheinen.
Phrenologie - also der Versuch, von der Schädelform eines Menschen auf seine Charaktereigenschaften zu schließen - hat damals Hochkonjunktur. Und weil die dabei üblichen Messungen nicht zuletzt kriminologischen Interessen dienen, wird Schumann dem bekannten Mann seinen Kopf nicht ohne leichtes Gruseln hingehalten haben - freilich auch mit der seltsamen und doch gar nicht so seltenen Begierde, von einem anderen über das eigene Wesen aufgeklärt zu werden. Und er wird belohnt: Die ihm attestierte Ängstlichkeit, mit der er sich ja wirklich Tag für Tag herumschlägt, darf er künftig unter 'schicksalhafter Anlage' buchen. Und alle anderen von Noël konstatierten Anlagen sind vortrefflich: edles Streben, edler künstlerischer Ehrgeiz, Wahrheitsliebe, aber auch Formensinn und Festigkeit.
Natürlich weiß der Phrenologe, wen er da am Abend des zweiten Pfingsttags 1846 vor sich hat; und sicherlich ist er welt- und berufserfahren genug, um nicht nur Schumanns Kopf zu inspizieren, sondern seinen prominenten Klienten auch mithilfe anderer Indizien so zu taxieren, dass dieser vermutlich zwar etwas aufgewühlt, aber doch erhobenen Hauptes wieder zu den Gästen zurückkehren kann. Und der Autor ist von dem Charakterbild, das hier gezeichnet wird, noch nach mehr als 150 Jahren berührt. Denn so vage es ist: Verwendete man es für ein Quiz, so würde ein leidlicher Kenner der Musikgeschichte in der Tat eher auf Schumann tippen denn auf Beethoven, Wagner oder Meyerbeer ..."

Biografie:

Martin Geck, geb.1936, studierte Musikwissenschaft, Theologie und Philosophie in Münster, Berlin und Kiel. 1962 Dr. phil., 1966 Gründungsredakteur der Richard-Wagner-Gesamtausgabe, 1970 Lektor in einem Schulbuchverlag, nachfolgend Autor zahlreicher Musiklehrwerke, 1974 Privatdozent, 1976 ordentlicher Professor für Musikwissenschaft an der Universität Dortmund. §Viele Arbeiten zur Geschichte der deutschen Musik im 17., 18. und 19. Jahrhundert. Derzeit ist Martin Geck vor allem in der Bachforschung tätig und Initiator der Dortmunder Bach-Symposien.

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