Karl W. Barthel: Der Dichter und die Diktatoren
Beschreibung
Der Autor beschreibt das Leben seines Vaters Max Barthel. "Mein Vater Max Barthel (-17. November 1893 / Ü 17. Juni 1975) überlebte alle Diktatoren: Lenin starb 1924, Mussolini wurde 1945 von Partisanen erhängt, Hitler nahm sich 1945 das Leben und Ulbricht starb 1974. Ihre Politik hat sich tief in die Geschichte des XX. Jahrhun-derts eingegraben, bis in Familien- und Einzelschicksale hinein. - Als Zeitzeuge berichtet mein Vater über seine Begegnungen mit Lenin und Ulbricht, beschreibt die politischen Auswirkungen des italienischen und deutschen Faschismus auf sein privates Leben und seine literarische Arbeit. Für meinen Vater stand fest, daß er Dichter werden würde, aber das sollte noch einige Zeit dauern, zuerst gings ans Geldverdienen. Er arbeitete als Kammschleifer, doch dann packte ihn das Fernweh; er ging auf Wanderschaft, quer durch Deutschland, durch die Schweiz, bis nach Italien. Zurück in Deutschland begann seine literarische Karriere. In der Zeitschrift März, die von dem späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss redigiert wurde, erschienen seine Gedichte und der Eugen Diederichs Verlag brachte 1916 einen seiner ersten Gedichtbände heraus. Als Soldat wurde Max Barthel im Ersten Weltkrieg durch einen Granatsplitter schwer verletzt.
Der sterbende Soldat
Ich hungerte stets vor den tragenden Stufen
vor dem Tor, das zur Erfüllung führt -
da hat mich der Krieg zu sich gerufen
und hat mich mit allem Hass geschürt. [...]Verdammt, so ein Hund mit schwarzer Mähne
schlug mir aufbrüllend den Schädel entzwei.
Das Blut quoll bitter durch meine Zähne
ich gurgelte im wehen Geschrei.
Am 9. November 1918 kapitulierte Deutschland. Arbeiter- und Soldatenräte entstanden. Mein Vater wurde Mitglied im Spartakusbund, ging mit den Genossen auf die Straße, um die sozialdemokratische Regierung zu stürzen, wurde als Verschwörer verhaftet. Ich gehe den Spuren meines Vaters nach und greife auch die Verstrickungen unter den Diktaturen (Nazizeit, DDR) auf, denen er erlegen war." (Karl Wolfgang Barthel)
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt: / Erster Weltkrieg / Revolution 1918 / Nazizeit / Zweiter Weltkrieg / DDR / Bundesrepublik. / Ein Leben und Schaffen zwischen den Fronten, politisch und literarisch. Begegnungen mit Willi Münzenberg, Maxim Gorki, Käthe Kollwitz, Karl Radek u. a
Klappentext
Der ehemalige Spiegel- und Sternredakteur Karl Wolfgang Barthel ist bekannt als Autor von Chorliedern - mehr als 1200 Liedtexte von ihm sind veröffentlicht worden. In diesem Buch " Der Dichter und die Diktatoren" beschreibt er das Leben seines Vaters Max Bathel: Erster Weltkrieg, Revolution 1918, Nazizeit, Zweiter Weltkrieg, DDR, BRD. Ein Leben und Schaffen zwischen den Fronten, politisch und literarisch. "Mein Vater Max Barthel (1893 - 1975) überlebte alle Diktatoren: Lenin starb 1924, Mussolini wurde 1945 von Partisanen erhängt. Hitler nahm sich 1945 das Leben und Ulbricht starb 1974. Ihre Politik hat sich tief in die Geschichte des XX. Jahrhunderts eingegraben. Als Zeitzeuge berichtet mein Vater über seine Begegnungen mit Lenin und Ulbricht, beschreibt die politischen Auswirkungen des italienischen und deutschen Faschismus auf sein privates Leben und seine literarische Arbeit. Für meinen Vater stand fest, dass er Dichter werden würde, aber das sollte noch einige Zeit dauern, zuerst ging's ans Geldverdienen. Er arbeitete als Kammschleifer, doch dann packte ihn das Fernweh; er ging auf Wanderschaft, quer durch Deutschland, durch die Schweiiz, bis nach Italien... Am 9. November 1918 kapitulierte Deutschland. Arbeiter- und Soldatenräte entstanden. Mein Vater wurde Mitglied im Spartakusbund, ging mit den Genossen auf die Straße, um die sozialdemokratische Regierung zu stüuzen, wurde als Verschwörer verhaftet. Ich gehe den Spuren meines Vaters nach und greife auch die Verstrickungen unter den Diktaturen auf, denen er erlegen war." - Karl Wolfgang Barthel
Biografie
Karl Wolfgang Barthel wurde in dem von der Weltwirtschaftskrise erschütterten Jahr 1929 in Berlin als Sohn von Max Barthel, einem bekannten Lyriker, Dichter und Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts geboren. Er erlebte und überstand das schreckliche Bombardement von Dresden und wurde noch kurz vor Kriegsende als 15jähriger zur Wehrmacht eingezogen. 1946 veröffentlichte er sein erstes Gedicht. Er bestritt seinen Lebensunterhalt als Reporter, Korrespondent, Lektor, Lehrlingsvater, Bildungsreferent.
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