Jörg Fauser: Marlon Brando
Description
Vor 26 Jahren, 1978 verfasste der heute fast vergessene Journalist Jörg Fauser "in einer Bude über den Dächern Münchens" die vorliegende Biografie "Brando - Der versilberte Rebell". Fauser hat damit etwas geschaffen, das viel mehr ist, als nur das übliche Legenden-vermarktungsgerechte Stück Text, das sich von Imagewechsel zu Imagewechsel hangelt. Der versilberte Rebell ist Prosa, ist Fausers Prosa, die Brandos Lebenslauf besetzt hat und ihn als Gedankenstrom durchfließt. Fauser schrieb hier aber nicht etwa seine eigene Version von Brandos Leben, er war ziemlich gut informiert und stellte den zitierten Quellen auch immer eine eigene Einschätzung zur Seite. Aber das Buch lebt von der spürbaren Inspiration, die Fauser durch Brando erfuhr. In ihm fand er einen der Seinen. Und in dessen Leben und den Legenden, die um ihn ranken, eine Partitur, die dem Sound seiner Schreibe entsprach.
Blurb
Marlon Brando, am 3. April 1924 in Nebraska, erhielt 1943 in New York zum ersten Mal Schauspielunterricht und besuchte das legendäre Actors Studio von Lee Strasberg. 1947 gelang ihm der Durchbruch als Theaterschauspieler in der Broadway-Premiere von Tennessee Williams' Bühnenstück Endstation Sehnsucht. Brando spielte Stanley Kowalski und wurde zum Bühnenstar. Das Stück wurde später von Elia Kazan verfilmt. Der Film wurde ein Welterfolg und leitet die internationale Filmkarriere Brandos ein. Es folgten Hauptrollen u. a. in Kazans Die Faust im Nacken (1954), für den er seinen ersten Oscar erhielt. Für die Darstellung des Don Vito Corleone in Francis Coppolas Mafiafilm Der Pate (1972) wurde er erneut mit einem Oscar bedacht. Großen Erfolg hatte Brando u. a. in Der letzte Tango in Paris (1973) unter der Regie von Bernardo Bertolucci, und er brillierte in Francis Ford Coppolas Apocalypse Now (1979). »Es ist ein Buch für Kinogänger, die keine Idole mehr brauchen, sondern einen Hauch von Leidenschaft, von Tapferkeit und Größe. Und manchmal auch den Glanz von Silber. Sicher: >'n bißchen Tabak und 'ne Tasse Kaffee, was braucht der Mann mehr?< sagt Johnny Guitar; wohlan. Aber vielleicht auch hin und wieder, wenn die Nächte länger werden, einen Schnaps mit dem Kaffee, und etwas Silber in die Nächte. [...] Ich habe in Brando immer einen Rebellen gesehen - eine sicher naive Betrachtungsweise; was ist schon ein Rebell? In einer Welt, in der es von Revolutionären nur so wimmmelt, ist der Rebell der Mann von gestern, der Konservative. Mag sein. Bei soviel Menschen von heute wirkt auch die Erde wie von gestern, und - wie Brando - halte ich es im Zweifelsfall mit der Erde.« Jörg Fauser, 1978
Biografie:
Jörg Fauser, geboren im Juli 1944 schrieb Essays und Gedichte, Hörspiele, Drehbücher, Erzählungen und Songtexte. Er arbeitete in diversen Jobs und war verantwortlicher Redakteur bzw. Herausgeber verschiedener Underground-Zeitungen. Am 17. Juli 1987 starb Fauser an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
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