Heike Fuhlbrügge: Joseph Beuys und die anthropologische Landschaft
Kurzbeschreibung
Natur und Landschaft spielen eine wichtige Rolle im Werk von Joseph Beuys. Nach seiner anthropologisch verstandenen Landschaftsauffassung sollten Energieverhältnisse der Natur aktiv auf den Menschen wirken. Heike Fuhlbrügge weist erstmals nach, dass Beuys u. a. klassische Landschaftsmotive ebenso wie zeitgenössische Naturschutzvorstellungen in seinen neuen Kunstbegriff mit einbezog.
Klappentext
Joseph Beuys hat in seinen frühen Zeichnungen die Gattung der Landschaftsmalerei erweitert und neue Landschaftstypen geschaffen, um Strömungs- und Energieverhältnisse aufzuzeigen. Klassische Landschafts-Darstellungen wie bukolische Idyll-Motivik oder den Locus amoenus entwickelte der Künstler zu einem Landschafts- Inventar, das er in seinen Kanon des erweiterten Kunstbegriff aufnahm. Geistesgeschichtliche Naturvorstellungen der Alchemie und die Idee von einer sexualisierten Natur, in der die Erde als Uterus aufgefasst wird, sind dabei ebenso von Bedeutung wie innerweltliche Atmosphärenvorstellungen beim Menschen, die der Künstler als »Seelenmeteorologie« bezeichnete. Beuys verwendete klassische Landschafts-Topoi, anthropologisch verstandene Naturauffassungen, soziologische, psychoanalytische sowie meteorologische u. a. Themen, für seine Vorstellung von Natur als energetischem »Wirk-Raum«, der bis in gesellschaftliche Prozesse erfahrbar sein soll. Ihr aktuelles Potential ist heute noch spürbar und beispielsweise in der Partei der Grünen wirksam, die Beuys mit gegründet hatte. So hat die anthropologisch aufgefasste Landschafts- und Naturvorstellung von Joseph Beuys maßgeblich die Kunst und Gesellschaft nach 1945 geprägt.
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