Detailinformationen

  • Fischer Taschenbuch Vlg. , 01/1992
  • Einband: Kartoniert / Broschiert
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783596114023
  • Bestell-Nr.: 7692941
  • Umfang: 242 Seiten
  • Auflage: Neuausg.
  • Gewicht: 180 g
  • Maße: 190 x 121 mm
  • Stärke: 18 mm
  • Erscheinungstermin: 15.1.1992

Kurzbeschreibung

Der Autor erzählt, wie Menschen heute - auf dem Lande - leben. Er erzählt von einem Städter, der aufs Land gezogen ist, beschreibt scheinbar einfaches Leben: Maisernte, Fuchs- und Hasenjagden, den Tod eines alten Mannes, eine Hochzeit. Der Städter fügt sich nur allmählich in die Dorfgemeinschaft, hat zunächst Mühe, seine Beobachtungen, die Schwere der bäuerlichen Arbeit, die Gleichförmigkeit des ländlichen Lebens für sich selbst einzuordnen und hinzunehmen. Indem er sich aber den Bedingungen stellt, die Menschen und ihre Lebensumstände akzeptiert, erkennt er auch die inneren Zusammenhänge der Dorfgesellschaft. Als die Hauptfigur Ascher hinter der trügerischen Idylle einer schönen Natur und hinter der archaischen Exotik des auf den ersten Blick beschaulichen Lebens der Enge, die Hilflosigkeit, den Fatalismus der Bauern erkennt, entschließt er sich, dort tätig zu werden, wo man ihn braucht.

Klappentext

>Der Stille Ozean< Durch äußere Umstände sieht sich Ascher genötigt, seinen Arztberuf nicht mehr auszuüben, seine Familie und die Stadt vorläufig zu verlassen und ein leeres Bauernhaus in der Südsteiermark zu mieten. Er beobachtet die Natur, die Menschen und sich selbst. Die Leute gewöhnen sich rasch an ihn, da er nichts von ihnen will, und so nimmt er teil an ihrem Leben; an der Ernte, an der Jagd, an einer Wahlveranstaltung, an einem Todesfall, an einer Hochzeit. Er gerät in ein Leben, das von den Jahreszeiten, von Traditionen und Aberglauben und von der Armut beherrscht wird. Ascher beobachtet den Himmel, die Landschaft und die mikroskopisch kleinen Dinge, den Menschen nähert er sich in unverstellter Weise. Er erfährt von der Schwere ihrer Arbeit, von ihrem Mangel an ärztlicher Versorgung und beruflichen Alternativen, von der Enge ihrer Verhältnisse, die Gewalt erzeugt, von ihren kleine Freuden und von ihrem Fatalismus den Dingen und den Wechselfällen des Lebens gegenüber. Roth beschreibt keine Idylle und keine Verherrlichung des Landlebens: So löst der Tollwutverdacht eine Orgie des Tötens aus, und die Jagd wird zur politischen Parabel von Aggression. Dennoch bleibt Ascher, weil er erlebt hat, daß diese Menschen ihn brauchen. >Der Stille Ozean< ist ein Roman, in dem sich jemand auf die Suche nach den anderen macht. Ascher leidet an deren Elend und kommt so zu sich selbst. Roth erzählt diese Geschichte in einer ganz klaren und ruhigen Sprache, die den Beobachter zugunsten des Wahrgenommenen vergessen läßt. >Der Stille Ozean< ist ein Kunstwerk von seltener Eindringlichkeit und ein großes Dokument der faszinierenden Ruhe gelebter Menschenliebe.

Biografie

Gerhard Roth, 1942 in Graz geboren, war nach seinem Medizinstudium Organisationsleiter im Rechenzentrum Graz. Heute lebt er als freier Autor in Wien und in der Steiermark. Roth wurde unter anderem mit dem Preis der SWF-Bestenliste, dem Alfred-Döblin-Preis und dem Preis des Österreichischen Buchhandels ausgezeichnet.§

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