Gerhard Matzig: Meine Frau will einen Garten, Fester Einband
Meine Frau will einen Garten
- Vom Abenteuer, ein Haus am Stadtrand zu bauen
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- Verlag:
- Goldmann, 03/2010
- Einband:
- Fester Einband
- ISBN-13:
- 9783442312016
- Umfang:
- 254 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2010
- Gewicht:
- 376 g
- Maße:
- 200 x 125 mm
- Stärke:
- 28 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.3.2010
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Klappentext
Ein hinreißend humorvolles Buch über den Traum vom eigenen Haus Frühmorgens um fünf liegt ein Mann schlaflos im Bett und wackelt unschlüssig mit den Zehen. Soll er, oder soll er nicht? Soll er seiner Frau Pia und seinen drei Kindern den größten Wunsch erfüllen? Ein eigenes Haus im Grünen: Das ist der Traum seiner Familie. Leider ist das aber genau das, was er nicht will, denn er liebt das Leben in der Stadt, in einer Altbauwohnung in der Nähe von Kinos und Kneipen. Schließlich überwindet er seine Widerstände und trifft eine mutige Entscheidung: Er baut selbst ein Haus. Und eigentlich wäre das ein großartiges Abenteuer - wenn es nicht von haarsträubenden Widrigkeiten, absurden Begegnungen und dem heimlichen Wunsch begleitet wäre, sich aus dem Staub zu machen. Natürlich bleibt der Mann und stellt sich seiner zehenwackelnden Schlaflosigkeit und den Kernfragen des Lebens. Zum Beispiel nach den richtigen Fliesen im Bad. Die herzerwärmende Geschichte einer wunderbaren Familie: charmant und liebenswert!Auszüge aus dem Buch
Wie es kam, dass die Erde nach Feierabend stillstand? Und wie ich hierher geraten konnte? In dieses wundersch ne Haus am Stadtrand, umgeben von einer wundersch nen Frau und gro n Z en, von Gartenzwergen und Bayernfahnen, dazu angehalten, den Rasen zwar nicht zwischen 12 und 14 Uhr, daf r aber grunds lich am Samstag zu m n? Wie all das geschehen konnte? Gute Frage, wirklich, das ist eine sehr gute Frage.
1. Kapitel, in welchem eine Familie vorgestellt wird, die sich morgens um halb sieben anh rt wie ein sinkender Flugzeugtr r. Eine schlimme Krankheit wird beim berm deten m lichen Familienvorstand vermutet, aber dann doch nicht best gt. Wenn man jedoch gesund ist, denkt seine Frau, kann man dann nicht auch ein Haus bauen?
Das Bett knarzt. Pia grummelt im Schlaf. Deshalb verharre ich mitten in der Bewegung, was meine Bauchmuskeln genau eine halbe Sekunde mitmachen. Dann sacke ich zend zur ck ins Kissen. Pia grummelt jetzt nicht mehr im Schlaf, sondern im ger. Sie dreht den Kopf zu mir r ber und sagt: F nf. Es ist f nf Uhr. F nf Uhr fr h. Kannst du schon wieder nicht schlafen? Sie macht das kleine Licht an ihrer Seite an und setzt sich auf. Meine Frau schaut mich jetzt zugleich z lich, sorgenvoll und supersauer an. So einen Blick hat nur Pia drauf. Sie hat gr ne Augen. Schlaf weiter, Pia , sage ich.
W rde ich ja gerne , antwortet sie, aber da liegt ein Mann neben mir, der immer zwischen drei und sechs aufwacht und sich ber mich beugt, um nachzuschauen, wie sp es ist. Das h rt sich nach anstrengenden Sit-ups an, weil du dabei meistens r chelst, weshalb ich aufwache. Immer zwischen drei und sechs.
'tschuldigung.
Schon gut. Warum nimmst du den Wecker nicht auf deine Seite?
Ich will keinen Wecker. Der Wecker tickt. Und beim Ticken h rt man, wie die Zeit vergeht. Mein Leben vertickt. Ich bin 45 Jahre alt, und der Wecker sagt dazu: tick, tick, tick. Und du willst, dass wir alle in ein Haus an den Stadtrand ziehen, und der Wecker sagt dazu tick, tick, tick ...
Bl dsinn. Du tickst ja nicht richtig, Liebling. Komm, schlaf weiter. Mach dir keine Sorgen. Wir finden eh nie ein Haus. Sie g t und kuschelt sich seufzend wieder in ihr Kissen.
Ich kann nicht schlafen.
Hmmm. Warum nicht?
Weil du einen Garten willst. Und so, wie du ein Haus f r uns suchst, wirst du auch eines finden. Meine Tage hier in dieser Wohnung sind gez t. Tick, tick, tick.
Pia h rt das nicht mehr, sie ist schon wieder eingeschlafen. Vermutlich tr t sie vom Garten. Ihr Traum ist mein Alptraum. Seit Monaten kann ich nicht mehr richtig schlafen und wache immer viel zu fr h auf. Garten, Haus, Vorort, S-Bahn, ein Leben in Verschuldung und an der Peripherie. Und am Samstag immer zum Gartencenter. Tick, tick, tick. Der Wecker klingt h sch. Und auch ein bisschen wie eine Bombe. Als wollte mir der Wecker sagen, dass mein Leben, so wie ich es kenne, bald vorbei sein wird. Da soll man schlafen k nnen.
Drau n vor dem Schlafzimmerfenster wei der aufziehende M nchner Herbstmorgen nicht genau, ob er sich noch wie ein frisch geb gelter Sp ommertag oder schon wie ein knittriger Fr hwintertag anf hlen soll. Ich bin, in der Mitte meines Lebens angekommen, ebenso m de wie schlaflos.
Auf Pias Seite stapeln sich seit Monaten Zeitschriften rund um den Nachttisch, die Traumh er pr ntieren. Perfekte H er mit perfekten Menschen darin. Pia l t mir Zeit, aber sie h rt auch nicht auf, Hausbesichtigungstermine zu vereinbaren. Oder gleich vom Hausbau zu sprechen. Vom gro n Abenteuer , wie sie sagt. So habe ich mir Termine beim K chenplaner und Entscheidungen ber Fliesenmuster auch immer vorgestellt: als das gro Abenteuer meines Lebens. Fehlt nur noch, dass wir eine Musterhausausstellung besuchen. So weit kommt's noch, denke ich und w e mich wieder herum. Die Laune ist nicht so besonders. Die Ehe zurzeit auch nicht.
Ich w rde gern weiterschlafen. Oder aufstehen. Die Unentschlossenheit macht wach u
Biografie
Gerhard Matzig, geboren 1963, hat Politische Wissenschaften und Architektur in Passau und München studiert. Nach einer Tätigkeit als freier Autor wurde er 1997 Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, seit 2009 leitet er das Ressort SZ Wochenende . Für seine journalistische Tätigkeit in den Bereichen Architektur und Design wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Gerhard Matzig ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt am Rand von München.Anmerkungen:
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