Ernst Bloch: Der unbemerkte Augenblick
Beschreibung
Blochs philosophische Analysen erhalten ihren besonderen Charme durch eine Mikrophänomenologie der alltäglichen, sozialen und geschichtlichen Lebenswelt. Sie offenbart den Menschen als ein in Geschichte verstricktes Wesen. Blochs "Feuilletonphilosophie" leistet dies in einer Vielfalt exemplarischer Geschichten. Die vorliegende Ausgabe versammelt erstmals sämtliche bekannten Beiträge, die von Bloch 1916 bis 1934 in der Frankfurter Zeitung veröffentlicht wurden, darunter auch sechs Neufunde. Der Band fügt sich damit zeitlich zwischen Martin Korols Sammlung Kampf, nicht Krieg.
Rezension
"Ernst Bloch "war etliche Jahre seines schriftstellerischen und philosophischen Lebens Journalist. Nach einem Präludium 1916 hat er von 1927 bis 1934 in der angesehenen Frankfurter Zeitung eine Fülle von Feuilletons publiziert ... Philosophische Essays und Anekdoten verbinden sich mit Natur-, Reise-, Landschafts- und kritischen Zeitbildern. Beiträge zu Literatur, Film, Rundfunk und Musik mit Miniaturen, schlaglichtartigen Beobachtungen. Ralf Becker hat jetzt diese Feuilletons, vermehrt um sechs Neufunde, in einem eigenen Band zusammengestellt und kundig kommentiert. ... Journalismus war weder bloss Nebentätigkeit noch Broterwerb für Bloch, sondern "die Forderung des Tages"." (Neue Zürcher Zeitung)
Klappentext
Blochs philosophische Analysen erhalten ihren besonderen Charme durch eine Mikrophänomenologie der alltäglichen, sozialen und geschichtlichen Lebenswelt. Sie offenbart den Menschen als ein in Geschichte verstricktes Wesen. Blochs »Feuilletonphilosophie« leistet dies in einer Vielfalt exemplarischer Geschichten. Die vorliegende Ausgabe versammelt erstmals sämtliche bekannten Beiträge, die von Bloch 1916 bis 1934 in der Frankfurter Zeitung veröffentlicht wurden, darunter auch sechs Neufunde. Der Band fügt sich damit zeitlich zwischen Martin Korols Sammlung Kampf, nicht Krieg. Politische Schriften 1917-1919, erschienen im Suhrkamp Verlag, und die Edition politischer Aufsätze für Exilzeitschriften aus den Jahren 1934-1939 unter dem Titel Vom Hasard zur Katastrophe.
Biografie
Ernst Bloch, geb. am 8.7.1885 in Ludwigshafen. Der marxistische Philosoph studierte neben Philosophie auch Germanistik, Musik und Physik. Zunächst arbeitete er als Privatlehrer und Publizist. 1915 protestierte er gegen die deutsche Politik im Ersten Weltkrieg. Von 1917 bis 1919 ging er aus pazifistischer Überzeugung ins Exil in die Schweiz. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er Mitglied der KPD. Er arbeitete als Publizist und sprach sich gegen die NSDAP aus. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, 1933, wurde Bloch ausgebürgert. Er emigrierte in die Schweiz, 1938 in die USA, wo er an seinem dreibändigen Hauptwerk 'Das Prinzip Hoffnung' arbeitete. Der Philosoph formulierte hier seine Hoffnung auf eine Welt, in der die Entfremdung des Menschen von Gesellschaft und Natur überwunden sein wird. 1948 nahm Ernst Bloch die Professur für Philosophie an der Universität Leipzig an, lehnte ein Jahr später den Ruf der Universität Frankfurt am Main ab. Von 1953 bis 1956 war er Herausgeber der 'Deutschen Zeitschrift für Philosophie'. Bloch äußerte sich hier kritisch über die SED. 1957 wurde er wegen seiner offenen Kritik an der doktrinären Erstarrung des Marxismus in der DDR und der Niederschlagung des Ungarnaufstands zwangsemeritiert. Während einer Vortragsreise in der BRD wurde Bloch 1961 mit seiner Frau vom Mauerbau überrascht. Das Ehepaar entschied sich, nicht in die DDR zurückzukehren. Er nahm die Professur für Philosophie an der Universität Tübingen an. Ab 1966 protestierte Bloch öffentlich gegen die amerikanische Intervention in Vietnam und wurde zu einer Leitfigur der Studentenbewegung. 1967 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Am 4. August 1977 starb Ernst Bloch in Tübingen.
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