Catharina Aanderud: 'Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?', Flexibler Einband
'Schatz, wie war dein Tag auf dem Sofa?'
Lassen Sie sich über unseren eCourier benachrichtigen, falls das Produkt bestellt werden kann.
- Verlag:
- Goldmann, 06/2008
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783442169825
- Copyright-Jahr:
- 2008
- Gewicht:
- 218 g
- Maße:
- 182 x 124 mm
- Stärke:
- 23 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.7.2008
Ähnliche Artikel
Kurzbeschreibung
"Nur" Hausfrau? Von wegen "nur"! Catherina Aanderud macht bewusst, welche vielfältigen Ansprüche eine Hausfrau heute erfüllt. Mit schlagkräftigen Argumenten ermutigt sie zu mehr Selbstbewusstsein und betrachtet vorurteilsfrei Möglichkeiten, wie der Hausfrauenrolle angemessene Wertschätzung zukommen kann - adäquate Bezahlung inklusive.
Auszüge aus dem Buch
EINLEITUNG
Warum ich dieses Buch geschrieben habe
Sie kennen vielleicht diesen Werbespot: Eine Geschäftsfrau fragt die Mutter von drei Kindern schnippisch: "Und was machen Sie so - beruflich?" Die selbstbewusste Antwort der Hausfrau, nachdem sie sich im Zeitraffer ihre vielen verschiedenen Tätigkeitsfelder vor Augen geführt hat, lautet: "Ich führe ein sehr erfolgreiches kleines Familienunternehmen!"
Es wäre schön, wenn dieses Selbstbewusstsein endlich alle Hausfrauen erfüllen würde, denn sie haben allen Grund dazu. "Hausfrauen trainieren in ihrem Alltag mehr Fachkompetenz und soziale Kompetenz als ein Buchhalter, der Zahlen zusammenzählt. Die Kombination von Fähigkeiten, die einer Hausfrau abverlangt werden, findet man in der Intensität in keinem anderen Beruf", sagt die Hamburger Juristin Helga Stoedter, Grande Dame des Netzwerkgedankens unter Frauen. In ihren Seminaren rät sie Frauen schon seit Jahren, sich nach der Kinderpause nicht als "Hausfrau" zu bewerben, sondern zu sagen: "Ich habe einen ökotrophologischen Betrieb geleitet und mehrere Projekte (die Kinder!) erfolgreich gefördert!" Nun, Jahre später, erzielt ihre pfiffige Image-Beratung als Werbebotschaft enorme Breitenwirkung.
Eine Trendwende im Image der Hausfrauen, die man künftig hoffentlich als "Familien-Managerinnen" betrachtet, ist auch mehr als überfällig, nachdem sie jahrzehntelang belächelt, missachtet oder gar als "Luxusweibchen", die den Staat um ihre Arbeitskraft prellen, verunglimpft wurden. In jüngster Zeit wurde ihnen auch noch "Faulheit" unterstellt, weil sie neben ihrem 12- bis 16-Stundenjob noch Zeit für Freizeitaktivitäten finden, anstatt jede freie Minute wie ein Satellit um ihre Kinder zu kreisen, was sie im Europavergleich sowieso schon im Übermaß tun ... Folge dieser Kampagne: Nur sieben Prozent der deutschen Hausfrauen und Mütter fühlen sich von der Gesellschaft in ihrer Rolle anerkannt.
Die gute Botschaft aber ist, dass nun, alarmiert durch sinkende Geburtenzahlen und die daraus folgende Entwicklung zu einer Überalterung der Gesellschaft, nicht nur Politiker, sondern auch Wirtschaftswissenschaftler beginnen, ihren Blick auf die Familien zu richten, um genauer zu verstehen, was dort abläuft. Da Kinder auch unsere wirtschaftliche Zukunft sind, gewinnt die Mutter und Hausfrau an Bedeutung - und sie sollte es ruhig mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen!
Das von der schwarz-roten Regierung frisch ausgehandelte "Elterngeld" zeigt die Wichtigkeit, die man dem häuslichen Bereich neuerdings zumisst. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch noch bei weitem nicht die ganze Strecke, die zur Anerkennung von Hausfrauen zurückgelegt werden muss. Aber es zeigt, dass es durchaus möglich ist, die erforderlichen Mittel für Erziehung lockerzumachen - sie müssen nur mit dem nötigen Nachdruck eingefordert werden!
Was mir bei meinen Überlegungen über das Hausfrauendasein auffiel, war, dass man über sie so gut wie nichts liest oder weiß, auch wenn jeder so ungefähr zu wissen glaubt, wie unendlich öde sich der Alltag jenseits vom Glanz und
Glamour der Hochglanzzeitschriften abspielt. Und so kommt es, dass wir zwar über das Leben von Managern inzwischen so gut wie alles wissen, in zahlreichen Veröffentlichungen kann man von ihren Heldentaten und Abstürzen lesen. Über den Mikrokosmos der Wirtschaft und dessen Managerinnen aber haben wir so gut wie keine Kenntnisse, weil Hausfrauen darüber in der Regel nicht viele Worte verlieren oder den häufig geringschätzigen Blick ihrer Umgebung auf sich übernommen haben.
Was veranlasst Frauen, Fulltime-Hausfrauen zu werden? Was beinhaltet dieser Job, in dem schätzungsweise 55 Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet werden und der letztlich auch die Basis für die anderen 45 Prozent darstellt? Warum wird er nicht als Beruf betrachtet und entsprechend anerkannt und honoriert? Wer hat ein Interesse daran?
Ist die Hausfrau ein Auslaufmodell oder könnte