Ayelet Waldman: Böse Mütter
- Ayelet Waldman
- Böse Mütter
- Buch
- Meine mütterlichen Sünden, großen und kleinen Katastrophen und Momente des Glücks
- Originaltitel: Bad Mother. Essays an Motherhood
Detailinformationen
- Doubleday
- Einband: Fester Einband
- Sprache: Deutsch
- ISBN-13: 9783608946161
- Umfang: 183 Seiten
- Auflage: 2. Aufl.
- Gewicht: 326 g
- Maße: 211 x 132 mm
- Stärke: 20 mm
Kurzbeschreibung
Gegen das schlechte Gewissen der Mütter - Eine gute Mutter kauft im Bioladen ein, ist immer gut gelaunt und überträgt ihre Ängste nicht auf die Kinder. Außerdem bastelt sie gern und ist am Abend nicht zu müde für Sex. Einer dieser Punkte trifft nicht auf Sie zu? Dann sind auch Sie eine böse Mutter.Inhaltsangabe
Einleitung 9Böse Mütter 13
Das Leben, das sie für mich wollte 29
Free to Be You and Me 50
Menschenmilch für Menschenkinder 65
Technische Unterstützung 77
Fisch und Fahrrad 84
Meine Schwiegermutter und ich 89
Schlussstriche 100
Wurfgeschosse 106
Sexy Hexen und Müslischachteln 112
Raketenschiff 124
Der Spion von nebenan 139
Die Mütter in mir 146
Das Erbe 154
Was ich mir für sie wünsche 171
Rezension
"Heiter bis Glücklich" Zeit-Magazin, 29.07.2010 "Ayelet Waldman hat ein wunderbares Buch über (angebliche) mütterliche Sünden geschrieben. In ihrem berührenden Buch legt Waldman nun nach: Witzig, ironisch und ehrlich bis zur Schmerzgrenze erzählt sie vom täglichen Überlebenskampf, von Krankheiten, falschen Erwartungen und persönlichen Katastrophen. Und vom großen Glück, Mutter zu sein." Freundin, 14.7.2010 (www. freundin. de) "Allen gestressten Müttern, die "Mommy Wars" satt haben, sei Waldmans biografisches Frauenbuch empfohlen. Auch allen Männern, die dieses Treiben mit Verwunderung beobachten. Erfrischend ist die Lektüre vor allem deshalb, weil die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt, sich selber nicht schont und keinen ideologischen Glaubenskrieg führt." Peter Keller und Anna Gielas, Die Weltwoche, 26.08.2010 ""Böse Mütter" ist ein auf wunderbare Art und Weise aufrichtiges, hoch relevantes und überaus lesenswertes Buch, das Mut macht, sich den Herausforderungen der Mutterschaft als Individuum losgelöst von fremden Erwartungen zu stellen. " Florian Hunger, Jüdische Zeitung, 08.2010 ""Böse Mütter" ist ein tolles Buch, glänzend geschrieben, schmerzhaft ehrlich, lustig, böse und wahr. " Michèle Binswanger, Der Bund, 11.08.2010Klappentext
Warum ist es so schwer, eine gute Mutter zu sein? Wegen der unerfüllbar hohen und widersprüchlichen Erwartungen, sagt die vierfache Mutter Ayelet Waldman. Und wegen all der Frauen, die nichts Besseres zu tun haben als andere Mütter schlecht zu machen. Ebenso unterhaltsam wie schonungslos ist dieser Lebensbericht einer bösen Mutter: ein Befreiungsschlag gegen den Gute-Mütter-Terror. Mit viel Verve und Witz berichtet Ayelet Waldman von ihren Schwächen, Fehlern und Missgeschicken bei dem Versuch, eine perfekte Mutter zu sein: Ist es okay, den Ehemann mehr zu lieben als die Kinder? Hat fehlender Sex in der Ehe etwas mit mangelnder männlicher Hausarbeit zu tun? Und warum ist das Verhältnis zwischen Müttern und ihren Schwiegermüttern nicht nur im Märchen schwierig? Traurig und berührend ist der Bericht von dem Entscheidungsprozess für eine Abtreibung nach dem schlechten Befund einer Fruchtwasseruntersuchung. Befreiend wirkt die Angriffslust der Autorin gegenüber der Böse-Mütter-Polizei, die immer alles besser weiß. Waldman ertappt sich auch bei ihren eigenen Vorurteilen und erzählt von neuen Erfahrungen, die ihre alten Überzeugungen über den Haufen warfen.Auszüge aus dem Buch
EINLEITUNGAm Morgen nach unserer Hochzeit lagen Michael und ich in einem Meer von weißem Laken in unserer Hotelsuite und taten, was frischverheiratete Paare auf der ganzen Welt tun: Wir zählten unsere Beute. Ich sah die Schecks durch und fragte "Was haben die Leute eigentlich immer mit der Zahl Achtzehn und dem Vielfachen von ihr? Vierundfünfzig Dollar. Neunzig. Wow, hier ist mal einer über achtzig."
"Das Leben", sagte mein frischgebackener Ehemann.
"Das Leben?"
"Du weißt schon, chai . Hast du von deinen Großmüttern nicht auch immer Schecks über Summen bekommen, die sich durch achtzehn teilen lassen?"
Eine Oma, erinnerte ich mich, hat mir immer einen knisternden Fünf-Dollar-Schein in einer Geburtstagskarte geschickt. Die andere hat meistens Kettenanhänger mit jüdischen Symbolen geschenkt, die etwa ab dem dreizehnten Geburtstag schnurstracks in meine Wäscheschublade wanderten und diese fortan nie wieder verließen.
Er erklärte: "Das ist Gematrie. Alte jüdische Zahlensymbolik. Jeder hebräische Buchstabe hat einen Zahlenwert. Man schreibt das hebräische Wort für Leben, chai, mit den Buchstaben chet und yud. Chet entspricht der Zahl Acht, yud der Zahl Zehn. Achtzehn steht für das Leben."
In meiner Wäscheschublade lagen eine ganze Menge miteinander vertüddelter goldener und silberner Ketten mit diesem Wort. Eine, mit etwa fünf Zentimeter hohen Buchstaben, hatte in der achten Klasse den Ausschnitt meines tannengrünen Kapuzenpullovers geziert und perfekt mit dem Ton meiner Zahnspange korrespondiert. Zwar hatte ich immer gewusst, dass chai, das Leben, ein Symbol für Glück ist, aber das mit der Achtzehn hatte mir nie jemand erklärt.
Seit diesem Hochzeitsmorgen vor fünfzehn Jahren haben wir noch so einige Schecks über Vielfache von Achtzehn bekommen, später auch die Kinder zu ihren Geburtstagen. Metaphern für Leben und Glück, auch wenn man das Glück in letzterem Fall schnell in Spider-Man-Figuren, Polly Pockets oder Berge von Süßigkeiten umtauschen kann.
Wenn man Kinder hat, wird die Achtzehn schnell zu einer magischen Zahl. Mit achtzehn sind sie volljährig, dürfen wählen, verlassen die High School und gehen zum College. Vor dem Gesetz sind Achtzehnjährige erwachsen. Ich weiß noch genau, wie ich das damals meiner Mutter unter die Nase gerieben habe, man hat den Kindern nichts mehr zu sagen und ist vor dem Gesetz nicht mehr für sie verantwortlich.
Juristisch mag das vielleicht so sein, aber wenn es nach dem Herzen geht, gelten ganz andere Gesetze. Und die sind viel wichtiger. Die eigenen Kinder bleiben die eigenen Kinder, und man trägt die Verantwortung für sie, bis sich das Verhältnis im Alter irgendwann umkehrt.
In diesem Buch geht es um den Versuch, eine gute Mutter zu sein, und das in einer Welt, die uns dauernd das Gegenteil vermitteln möchte. Und weil es um mich und meine Erfahrungen als Mutter geht, geht es auch um das größte Glück meines Lebens - meine vier Kinder und meinen Mann.
Meine Kinder haben mir erlaubt, dieses Buch zu schreiben. Ich sage ihnen immer, was ich schreibe und versichere mich bei ihnen, dass sie sich nicht vorgeführt fühlen. Wenn sie Bedenken hatten oder ich selbst unsicher war, habe ich mich oft entschlossen, bestimmte Geschichten nicht zu erzählen oder ein Thema nicht zu vertiefen. Ich bin überzeugt, dass ich meine Kinder mit diesem Buch nicht hintergehe. Trotzdem, sie sind unter achtzehn und eines von ihnen kann noch nicht einmal lesen. Ihre Erlaubnis allein kann das Projekt nicht rechtfertigen.
Die Rechtfertigung liegt vielmehr darin, dass ich in diesem Buch meinen Auffassung vom Muttersein darlege, um nicht zu sagen: meine Philosophie. Ich glaube, Mütter sollten die Wahrheit sagen, auch wenn - nein: gerade wenn die Wahrheit schwierig ist. Vorzugeben, es sei alles in Ordnung, und auch die Kinder dazu anzuhalten, ist immer leichter und kann sich vorübergehend sogar richtig anfühlen. Aber Verstecken führt zu Scham, und Scham ist
Biografie
Ayelet Waldman arbeitete als Strafverteidigerin und lebt heute mit Pulitzer-Preisträger Michael Chabon und ihren drei Kindern in Berkeley, Kalifornien.Anmerkungen:
- Bitte beachten Sie, dass auch wir der Preisbindung unterliegen und kurzfristige Preiserhöhungen oder -senkungen an Sie weitergeben müssen.
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